LIBS – die Lesben Informations und Beratungsstelle Frankfurt feiert 20-Jähriges

Moderatorin Petra eröffnet die FeierAm 27. April lud LIBS ins Bürger_innenhaus Gutleut ein und alle, alle kamen! Von den Gründerinnen über die vielen, vielen ehrenamtlichen Vorstände, die inzwischen erwachsen gewordenen Junglesben, die unzähligen Besucherinnen, die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik, alle waren da und feierten mit den beiden aktuellen Mitarbeiterinnen Elke Kreß – seit 15 Jahren dabei – und Dr. Doris Bluessängerin April King und am Bass Maria SchmittGruber – seit 2 Jahren mit an Bord – ein rauschendes Fest. Durch die Veranstaltung führte Moderatorin Petra, die Musikeinlagen stammten von Bluessängerin April King mit Maria Schmitt am Bass und neben den Grußworten gab es auch einen Vortrag und zum Schluss “Biografisches Theater”. Und eine Broschüre “20 Jahre LIBS 1992 – 2012″ gab’s auch noch!

Doch der Reihe nach:

Karen Wagels begrüßt die GästeAls Erstes begrüßte Dr. Karen Wagels ausführlich die geladenen Gästinnen und Gäste. Es war eine lange Reihe von Namen und Funktionen, waren sowohl die Gründerinnen als auch nahezu alle, die LIBS seit mehr als 2 Jahrzehnten inhaltlich und politisch begleiten, anwesend. Karen Wagels selbst setzte seit 2003 Schwerpunkte zu Transgender, lesbischen Identitäten und geschlechter/kon/fusionen.

Vertreter des Amts für Multikulturelle Angelegenheiten (AmkA)Das erste Grußwort kam von einem Redner, dessen Name mir bedauerlicherweise entfallen ist, in Vertretung von Frau Eskandari-Grünberg, Stadträtin und Dezernentin für Integration der Stadt Frankfurt. Das Grußwort war kurzweilig, witzig und stellte die lange und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) und LIBS heraus.

Gabriele Wenner, Leiterin des FrauenreferatesDie nächste Grußwortüberbringerin war Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferates. Sie stellte die Wichtigkeit der Sichtbarkeit lesbischer Lebensformen in einer weltoffenen Stadt wie Frankfurt in den Vordergrund und betonte, dass LIBS heute noch genau so wichtig sei wie vor 20 Jahren. Coming out, Migrantinnen, Regenbogenfamilien sind Themen, die in einer großen Stadt mit einer Vielzahl lesbischer Einwohnerinnen, auch im Rhein-Main-Gebiet ihren Platz haben müssen.

Christiane van den Borg, Leiterin des JugendamtesAls nächstes sprach die Leiterin des Frankfurter Jugendamtes, Christiane van den Borg. Sie betonte besonders die eng mit der Person von Elke Kreß verknüpfte Arbeit für lesbische und bisexuelle Mädchen, die das LIBS seit 1998 kontinuierlich anbietet. Die Junglesbengruppe (JuLes) organisierte z.B. 2000 eine Fotoausstellung, das LIBS organisierte ebenfalls 2000 einen ersten Fachtag zu “Lesbischer Mädchenarbeit”, 2001 folgte ein Videofilm der JuLes, und mit der Schaffung einer festen Stelle im Jahre 2002 ist die Mädchenarbeit im LIBS inzwischen erfolgreich etabliert. Frau van den Borg bedankte sich auch für die immer gute Zusammenarbeit mit Elke Kreß z.B. im Jugendhilfeausschuss.

Jürgen Lilischkies, Paritätischer Wohlfahrtsverband FrankfurtJürgen Lilischkies vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sprach in seinem Grußwort über Inklusion, wichtig sei ihm die Akzeptanz und Gleichwertigkeit unterschiedlicher Lebensformen von lesbischen, bisexuellen Mädchen, Frauen und Transgender. Dass das Thema Behinderung und Barrierefreiheit jetzt mit weiteren Mitgliedsorganisationen des PARITÄTISCHEN Hessens aufgegriffen wird, freue ihn besonders.

Ulrich Bachmann, Referatsleiter im Hessischen Sozialministerium, Referatsbereich Gleichstellung gleichgeschlechtlicher LebensweisenUlrich Bachmann, Referatsleiter im Hessischen Sozialministerium, Referatsbereich Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen, betonte in seinem Grußwort, dass das LIBS immer wieder Impulsgeber war. Er freute sich über die lange Zusammenarbeit, bereits 2001 gab es im Ministerium einen Fachtag zu Regenbogenfamilien, die jetzige Mitarbeiterin des LIBS, Claudia Schüller, war damals eine der Mitorganisatorinnen. Die ehemalige Beraterin im Ministerium, Constance Ohms, etablierte über ein EU-Projekt im LIBS das Thema “Gewalt gegen Lesben” und Ulrike Habert, ebenfalls ehemalige Beraterin im Ministerium, etablierte das Thema “Alter” in Hessen.

 

Vortrag

Dr.in Heike Raab, MA, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Innsbruck

Anschließend hielt Dr. Heike Raab von der Universität Innsbruck einen Vortrag zur “Un/Sichtbarheit lesbischer Frauen mit Behinderung”. Im LIBS entstand die erste (Selbstbezeichnung:) “Krüppellesben”-Gruppe im Jahr 2000, die aufgrund der fehlenden Barrierefreiheit des LIBS im FFGZ (Feministisches Frauengesundheitszentrum) stattfindet. Mehrfachzugehörigkeit (Frau, Lesbe, Behinderte), die unter dem Stichwort “Intersektionalität” rekurriert, sei ein theoriepolitischer Ansatz, der sich zunehmend auch in Politik und Wissenschaft etabliere. Und genau dafür bedarf es Orte, um das Unsichtbare sichtbar zu machen.

 

Die neue Broschüre

Dr. Doris Gruber, Mitarbeiterin im LIBS

Danach stellte Dr. Doris Gruber, Mitarbeiterin im LIBS, die druckfrische Broschüre “20 Jahre LIBS” vor. Das Layout der Broschüre ist von der seit 20 Jahren alle Druckerzeugnisse von LIBS gestaltenden Grafikerin Olive Oil gemacht, wie immer sieht’s einfach klasse aus! Inhaltlich findet sich eine gute Übersicht über 20 Jahre LIBS wider, mit Zeitleiste, Grußworten und vielen schönen Beiträgen.

"1992 - 2012, 20 Jahre LIBS: Neue Sicht und Unsichtbarkeiten lesbischer und bisexueller Mädchen, Frauen und Transgender"

Die Broschüre “1992 – 2012, 20 Jahre LIBS: Neue Sicht und Unsichtbarkeiten lesbischer und bisexueller Mädchen, Frauen und Transgender” kann bestellt werden bei:
LIBS – Lesben Informations und Beratungsstelle
Alte Gasse 38
60313 Frankfurt
Tel: 069 – 28 28 83
Fax: 069 – 21 99 97 16
Email: info@libs.w4w.net

 

Biografisches Theater

Biografisches TheaterIm Anschluss gab es “Biografisches Theater” mit 8 Lesben. Die von Maja Mäder ins Leben gerufene Theatergruppe zeigte mehrere kurze Sketche, die alle zum lachen brachte. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen LIBS und LLL e.V., dem Verein “Lebendiges Lesben Leben”, einem der beiden Trägervereine des LSKH, des Lesbisch-schwulen Kulturhauses in Frankfurt.

Ehrung der gegenwärtigen Mitarbeiterinnen Elke Kreß und Dr. Doris GruberUnd ganz zum Schluss des 2-stündigen Programms wurden dann doch auch noch die beiden gegenwärtigen Mitarbeiterinnen des LIBS geehrt: Elke Kreß und Dr. Doris Gruber. Das Bild ist etwas unscharf – sorry – aber es war schon spät. Und 2 Frauen, die so viel bewegen und immer in Action sind, sind eh schlecht in Ruhe einzufangen ;-)

Das anschließende Büffet war übrigens hervorragend. Bei asiatisch angehauchten Kleinigkeiten ließen es sich die rund 200 Besucherinnen und Besucher schmecken. Nicht nur im Foyer, auch draußen im Innenhof ließ sich vorzüglich plaudern und alte Kontakte auffrischen und neue knüpfen. Insofern. Ein rundum gelungenes Fest! Und hoffentlich dürfen wir bald das 25-Jährige feiern!

 

Links und Quellen:

 

2 Gedanken zu „LIBS – die Lesben Informations und Beratungsstelle Frankfurt feiert 20-Jähriges“

  1. Liebe Konny,
    vielen herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht! Ich konnte ja leider nicht dabei sein, weil ich wichtigen Herren beim Streiten zuhören musste. Jetzt habe ich erst verstanden, wieviel attraktiver die Alternative gewesen wäre. Ganz große Klasse. Auch finde ich gut, dass Elke Kreß und Doris Gruber sich mal richtig haben feiern lassen, die machen schon so lange hervorragende Arbeit, dass das auch Zeit wurde.
    Ist eigentlich vorgesehen, die Broschüre auch gelegentlich zum Download zur Verfügung zu stellen?
    Herzlichen Gruß – Joni.T

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