LFT 2010: Was war noch so los? Erzählt mehr :-)

Es wäre super, hier bei l-talk noch eine offene Runde zur LFT 2010-Nachlese zu eröffnen, also ohne dass davor ein persönlicher Bericht steht, meinten zwei vom Team der Organisatorinnen, mich inklusive. Also fragen wir: Was war noch so los?

nicht alle konnten zum LFT nach Hamburg kommen und alles miterleben. Viele möchten erfahren, was es in den Workshops, beim Mit-Anpacken und überhaupt so gab rund ums LFT.

und: Die Lesben aus der Orgagruppe sind euch besonders dankbar dafür, wenn Ihr hier was schreibt, denn sie haben inhaltlich meist nicht so viel mitbekommen – wegen anderer Umtriebe ;-)

es wäre also auch für uns ganz toll, nachträglich was mitzubekommen – und eben gerade unter Gesichtspunkten, die die Teilnehmerinnen wichtig finden.

also: bitte Kommentare her, gleich hier unter dem Beitrag findet sich das Fenster dafür :-)

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26 Antworten auf LFT 2010: Was war noch so los? Erzählt mehr :-)

  1. Konny sagt:

    Mir ist aufgefallen, dass kaum jemend über das LFT berichtet. Im Hamburger Abendblatt stand keine Silbe, die taz schwieg sich bis auf einen Randartikel im Vorfeld aus und auch die lesbisch-schwulen Medien wie L-MAG, lespress.de, Pride1, queer.de, Missy Magazine, Maedchenmannschaft.net – kein einziges Wort.

    Die einzigen, die über das LFT berichte(te)n, sind lesben.org und L-talk.de

    Haben die PR-Orgas keine Öffentlichkeit gemacht? Oder warum ist es lesbisch-schwulen Medien kein Wort Wert, wenn mehr als 1000 Lesben an einem Ort zusammenkommen, um wirkliche Inhalte (und nicht nur Party) zu transportieren?

    Oder habe ich gar etwas überlesen? ;-)

  2. Claudia sagt:

    danke, Konny,

    > Mir ist aufgefallen, dass kaum jemend über das LFT berichtet.

    spontan gesagt: drum tu es hier selbst :-)

    > Die einzigen, die über das LFT berichte(te)n, sind lesben.org und L-talk.de

    ergänzen könnte ich hier:
    und wolfsmutter.com war vorab auch involviert, d.h. sie waren bereit, zwei bereits seitens des Orgateams verfasste Artikel zu publizieren

    die Junge Welt brachte am 21.5. einen Ankündigungs-Artikel, bei EMMA scheint es online was gegeben zu haben

    > Haben die PR-Orgas keine Öffentlichkeit gemacht?

    kommt darauf an, wo Öffentlichkeit beginnt, würde ich sagen.

    zu deiner interessanten Reihung kann ich sagen, dass Missy Magazin informiert worden ist – sofern unsere Mail dort tatsächlich sozusagen landete

    > Oder habe ich gar etwas überlesen? ;-)

    ich würde sagen, Konny, wir von der Öffentlichkeitsarbeits-AG hätten dich mal ruhig konsultieren sollen :-) unsere Pressemitteilung war erst drei Tage vorher fertig (da war ich für zuständig…) und ich habe keine Ahnung, ob sie bei der Versendung dann dort gelandet ist, wo du es für sinnvoll gehalten hättest. Also: gute Chancen, es seitens eines Orga-Teams nächstes Mal besser zu machen.

    mir kommt dazu noch die Frage, ob “Presse” denn nicht bei lesben.org guckt, was es Interessantes zu berichten gäbe? Die tolle Konny hatte nämlich jeweils die LFT2010-Newsletter bei lesben.org ins Netz gestellt, und aus denen konnten Interessierte entnehmen, dass sich das was Spannendes anbahnt – finde ich jetzt mal – so ganz neutral gesprochen ;-)

    würde es einer lesbischen Presseagentur bedürfen?

    und: beim LFT2011 in Rostock vom 10.-13. Juni (super schon mit Ostsee-Urlaub zu verbinden ;-) könnte es mal einen Workshop zu lesbischer Pressearbeit geben – wäre doch was!

  3. yvonne sagt:

    “würde es einer lesbischen Presseagentur bedürfen?”

    Wäre sicherlich nicht schlecht – weil Pressearbeit langfristig angelegt werden muß. Um wahrgenommen zu werden sollten Pressemitteilungen begleitet werden von persönlichen Kontakten. Gute Pressemitteilungen sind kurz (ein DIN A4 Seite), interessant geschrieben, und sind eine Einladung mehr Informationen anzufordern.

    Die Newletters die von den ORGAs über die Monate geschrieben waren, waren gut: Sie waren an (potentielle) Teilnehmerinnen adressiert, Frauen die eher “Insider-wissen” hatten. Dieser Art von regelmässigkeit ist auch für effektive Pressearbeit notwendig. Die Texte müßen aber anders geschrieben werden – der Blick von Außen muß berücksichtigt.

    Wenn wir sichtbarer werden wollen, müßen wir Öffentlichkeitsarbeit wichtiger nehmen.

  4. Claudia sagt:

    danke, Yvonne,

    stimme dir zu!

    her mit der Kritik :-)
    was meinst du zu dieser Pressemitteilung, die knapp davor rausging:

    –>
    PRESSEMELDUNG LESBENFRÜHLINGSTREFFEN, 19.05.2010
    Hamburg, 19.05.2010
    Event in Hamburg am 21.-24.5.2010

    Spaß und Politik aus Lesbenhand – tausendfach selbstorganisiert

    Gemeinsam planen, anpacken und solidarisch finanzieren, jedes Jahr am Pfingstwochenende (Lesbenfrühlingstreffen): diesmal in Hamburg, vom 21.-24. Mai 2010. Erwartet werden über 1.000 Besucherinnen aus dem In- und Ausland.
    Das Motto: “Lesben Leinen Los – zwischen Hamburg und Südafrika” ist Programm: Im Hamburger Innenstadt-Tubel am Pfingstsamstag findet zur Mittagszeit auf dem Jungfernstieg ein lesbisches Kiss-in statt. Damit sollen in aller Welt die Frauen gegrüßt werden, die sich ebenfalls gern auf offener Straße küssen würden. Feministische Positionen werden zu Gehör gebracht in Redebeiträgen zu Verfolgung und Migration sowie gegen Militarismus und Krieg. Eine Aktivistin der Kampagne “Act to End Hate” aus Johannesburg, Südafrika, stellt kritisch die aktuelle Lage in ihrem Land dar und fordert zum Handeln auf.

    Außer der Demo und kulturellen Abendveranstaltungen stehen 120 Workshops auf dem Programm, dazu 5 politische Ausstellungen, eine Kunstausstellung, eine internationale Podiumsdiskussion, Infobörsen sowie Verkaufsstände mit Kunsthandwerk und Wellness-Artikeln aller Art. Markenzeichen der LFTs ist die weitgehend umgesetzte Barrierefreiheit für Lesben mit Behinderung: rolligerechte Räumlichkeiten, Gebärdendolmetscherinnen, Induktionsschleife, Assistenz, Programme in Großschrift und Kunstobjekte zum Tasten.

    Es gibt 5 Themenschwerpunkte:
    - Widerstand/ Überleben /individuelle und gesellschaftliche Organisationsformen
    - Finanzen/ Armut
    - Gesundheit/ Bewegung
    - Tabus in der Lesbenszene
    - Internationalismus/ Migration/ Unterwegssein

    Das LFT ist tausendfach selbstorganisiert: in Hamburg arbeitet ein Team von 25-30 Lesben seit zwei Jahren an den Vorbereitungen – in der Freizeit. Eine erfahrene Gruppe begleitet den Prozess jedes Jahr tatkräftig aus der Ferne und ca. 1.000 Besucherinnen packen dann vor Ort mit an. So können die Eintrittspreise solidarisch nach Selbsteinschätzung gemäß dem monatlichen Einkommen gestaltet werden.

    Lesbenfrühlingstreffen finden seit 35 Jahren in basisdemokratisch-selbstorganisierter Form statt. Bei den Plena werden gemeinsam wegweisende Entscheidungen getroffen. Seit 2000 gibt es den Lesbenfrühling e.V., der als Dachverband fungiert.

    Mehr Infos:
    http://www.lesbenfruehling.de/hamburg2010
    FAQ zum LFT
    http://www.lesbenfruehling.de/hamburg2010/infos.html

    Kontakt:
    Claudia Koltzenburg, Tel. [... war eine drin...], oeffentlichkeit.2010@[... stand komplett drin...]
    <–

  5. lucina sagt:

    @Konny: Naja, das ist ja nun eine bekannte Sache, dass die klassischen Medien sehr wenig über das LFT berichten – ein guter Draht zu (Lokal-)redaktionen hilft da manchmal weiter.

    EMMA, taz, Junge Welt machen meistens im Vorfeld etwas und – wenn frau das auch im Nachhinein möchte – bei direkter Nachfrage auch einen abschließenden (Kurz-)berichtt. Meiner Erfahrung nach ist es dabei essentiell, die jeweiligen Redakteurinnen anzusprechen und einen Nachbericht zeitnah zur Verfügung stellen.

    Ich weiß nicht, ob es einer lesbischen Presseagentur bedarf (wobei die Idee Charme hätte) – zumindest die Idee eines Workshops @ Rostock 2011 finde ich überaus sinnvoll. Als Macherin des Kieler Magazins HAJO finde ich mich immer wieder damit konfrontiert, dass es da etliche Probleme und Unsicherheiten gibt, was die Ankündigung von Veranstaltungen angeht. Vielleicht bewerte ich es als Redakteurin dabei über – aber ich selbst ärgere mich schon häufig darüber, dass ich die wirklich interessanten Infos nur in Bröckchen bekomme und den Veranstalterinnen einiges aus der Nase ziehen muss.

    Das ist allerdings kein Problem des LFT Hamburg, bei dem ich das alles als sehr entspannt und produktiv empfunden habe, im Vorfeld schon umfangreiche Informationen gekommen sind, das Material gestimmt hat. Ihr Hamburgerinnen habt das jedenfalls prima gemacht.

    Den Verbesserungsbedarf habe ich dabei auch eher im Bereich ‘neue Medien’ gesehen. Ich bin nun kein Facebook-Fan, aber das was dort passierte habe ich als unzureichend empfunden. Ich weiß nicht, ob es eine Gruppe in den VZs gegeben hat. Bei Twitter fand das LFT so gut wie nicht statt. Wenn das LFT auch welche ansprechen möchte, die diese Medien nutzen, dann müsste das aus meiner Sicht besser koordiniert werden.

    Ich wäre jetzt (als Dachverbandslesbe) gerne bereit, dazu einen Austausch zu führen – mit der Hamburger Orga, mit der Rostocker Orga, mit Medienvertreterinnen, mit welcher auch immer. Und ja, die Idee eines Workshops in HRO finde ich schön. Gerne auch, um Medienkompetenz zu stärken … ;-)

    Beste Grüße,
    Lucina.

  6. yvonne sagt:

    “was meinst du zu dieser Pressemitteilung, die knapp davor rausging”

    Hello Claudia,

    aus meiner Sicht ist die Pressemitteilung auf der “Insiderin” perspektive geschrieben. Es setzt viel Wissen voraus, über die geschichtliche Entwicklung derLFT bis hin zur bestimme Begriffe. Ich kann leider nicht auf der schnelle eine Alternative in Deutsch schreiben, aber hier sind die Punkte in Englisch den ich gerne in der Pressemitteilung sehen würde: (vom Stil her sehr schlicht und direkt)

    LFT is an event for lesbian women of all ages and many different styles. The event is primarily for the lesbians themselves, but is also a chance to interact with citizens of the city where it takes place. Questions such as who are lesbians, how do they live, why don’t we hear as much about them as we do about gays, what is meant by the term “rainbow” families are all questions that might come up in the dialogue with the participants in the LFT. A demonstration in a public place is always a part of each LFT to give the public a chance to see real live lesbians! And maybe to ask some of those questions.
    LFT has taken place every year for the last 35 years. This shows that the organisers have been successful in keeping the tradition of a self-organised event alive. This itself is a political statement.
    The location of the event changes every year in order to give lesbians from different regions a chance to participate and also to share the organisational responsibility
    The organisation is primarily carried out by volunteers, during the preparation period of approximately 18 months and during the event itself.
    This helps keep costs down and gives many lesbians the chance to feel that the event is “theirs.” It is not simply an event to “consume.”
    The purpose of the event is to give lesbians a chance to meet, to learn from one another and to hear about the situation that lesbians face in other countries.
    Many lesbians, especially in other countries, suffer from open and hidden discrimination. LFT attempts to show solidarity with these lesbians by being aware of their problems and speaking out for the human rights of lesbians around the world. This year a special focus is on the oppression of lesbians in South Africa. This country is in the news at the moment as the host of the soccer championship. The discrimination and hate-crimes against lesbians is a side of South Africa that is not well known. (guest …)

    The motto of the event provides a red thread through the three days. The five key areas of discussion are:
    participation of lesbians in society
    consequences of the economic crisis
    the challenge of healthy living
    taboos in the lesbian community
    international dimensions of lesbian life

    The participation of lesbians who have special needs (who cannot move without the helf of a wheelchair or can’t hear or see) is an important element of LFT. This is relatively unique in events and conferences and is one of the special aspects of LFT.

    This year the organisers anticipate that over 1000 lesbians will participate in the event. It is still possible to buy day tickets or a ticket for the whole 3-day event.
    Further information here: (…)

    Lesbischer Herbst kann nicht mit LFT verglichen werden; hier aber ist ein Link zu unsere Pressemitteilung in Februar.
    http://www.lesbischer-herbst.de/presse/Pressemitteilungen/2010_PM_01_LH_Brief.pdf

    Viele Grüße,
    Yvone

  7. Claudia sagt:

    danke, Yvonne, danke sehr, wirklich interessant, wie ein LFT von außen gesehen klingen kann – und dein Beispiel ist gleich auch eine tolle Vorlage für ne internationale Pressemeldung: Rostock 2011 hat ja das Motto “Rund um die Ostsee”, da wird sicher einiges auf Englisch gebraucht :-)

  8. Claudia sagt:

    Yvonne, Lucina und Konny, wart Ihr beim LFT in Hamburg bei irgendwelchen Workshops?

  9. Bea sagt:

    Liebe L-Talkerinnen,
    Ich möchte erwähnen, dass das LFT Hamburg auf drei Titelseiten prangte: Krampfader, Hajo – HAKI-Kiel und die escape, die seit einem Jahr jede Ausgabe über die Vorbereitungen berichtet hat.
    Ein Hoch auf die kleinen Szenezeitungen!
    Bei Intervention gibt es einen Spruch: Bis über unsere Arbeit in Hamburger Medien berichtet wird, muss eine Leiche im Klo hängen, eine männliche. Das ist das Drama mit der Medien-Zweithauptstadt: Politisch Spannendes kommt nicht in die Presse. Das Pressegespräch zu Phumi/Südafrika am Freitagmorgen war gut vorbereitet, trotzdem hat sich (meines Wissens) bis auf die escape keine Pressevetretung dorthin begegben. Das soll nicht heißen, dass wir nicht vieles hätten besser machen können, aber die jahrelange Ignoranz durch die Presse, motiviert nicht gerade. Und so flutscht auch eine gute Pressemitteilung im Anschluß an das LFT weg. Schade. Liebe Texterinnen, bitte meldet Euch bei Lesbenfrühling, bei den Rostockerinnen und was Hamburg betrifft, gerne auch bei Intervention.
    Es grüßt Euch
    Bea

  10. lucina sagt:

    @ Claudia: Ja klar war ich in Workshops, wann immer ich Zeit hatte – leider nicht sehr viel. Wieso fragst Du?

    @ Yvonne: Ich gebe dir Recht mit der Insiderinnenperspektive. Allerdings finde ich diese Zielgruppenorientierung angemessen. Vielleicht müssen wir vorher mal schauen, in welchen Medien wir überhaupt erscheinen möchten. Ein politisches Event wie das LFT 2010 in der Bild Hamburg? Ich weiß gar nicht, ob ich das will.

    @ Bea: Erstmal danke für das Lob – wir @ KI haben das gern gemacht. Ich persönlich habe mich sehr über die Info zum Pressegespräch gefreut – das war etwas, was ich bisher noch bei keinem LFT so erlebt habe, und ich fand das (auch bei absehbarer mangelnder Resonanz) sehr, sehr schön und professionell gemacht.

    Meine Erfahrung ist dabei allerdings, dass frau da schon schweres Geschütz auffahren muss, z.B. in Person einer leidlich prominenten Politikerin, um wahrgenommen zu werden. Verbündete einbinden und von deren Bonus ein wenig abbekommen. Klingt peinlich, ist aber effektiv (auch wenn ich in Gedanken k*tzen muss).

    Eine Presseinfo für die Nachberichterstattung könnte auch prima schon im Vorfeld vorbereitet werden … Heute, Donnerstagabend: fast schon zu spät. Aber vielleicht wäre es ja nochmal sinnvoll, die taz-Redakteurin für ein umfangreicheres Fazit anzusprechen?

    Erstmal liebe Grüße aus Kiel,
    Lucina.

  11. Claudia sagt:

    > @ Claudia: Ja klar war ich in Workshops, wann immer ich Zeit hatte – leider nicht sehr viel. Wieso fragst Du?

    Lucina, ich frage, weil mich interessiert, was in einzelnen Workshops so gab (guck mal in unseren Vorspann oben :-)
    da bin ich auch weiterhin neugierig, aber unseren Austausch zu LFT und Berichterstattung bzw. Medien-Nutzung finde ich auch sehr produktiv

    Lucina bzgl. twitter und facebook
    > Wenn das LFT auch welche ansprechen möchte, die diese Medien nutzen, dann müsste das aus meiner Sicht besser koordiniert werden.

    hierzu hab ich ne Frage: was genau wäre aus deiner Sicht ne bessere Koordination? ich habe die social networks bzw. twitter bisher (abgesehen von den Konzerninteressen dahinter) als “user-driven” gesehen. Beispiel: da gibt’s zum LFT 2010 ne Gruppe bei facebook und nen hashtag bei twitter #LFT2010. Ich sehe das so: Nutzen die LFT-Interessierten z.B. Twitter nicht und platzieren auch keine re-tweets, dann wird der hashtag #LFT2010 in der Twitterwelt auch nicht besonders “rumkommen” – na und? dann war das für LFT-Interessierte eben nicht interessant genug. Dass es interessant genug sein könnte, setzt glaub ich nicht nur Kenntnisse und Gewohnheiten voraus, sondern gerade auch Moneten, um sich sowas anzueignen und es zu nutzen. – Auch das wäre ein interessantes Workshop-Thema für’s LFT2011 – übrigens auch unter Barrierefrei-Gesichtspunkten: mich würde es zum Beispiel sehr interessieren, bei einem LFT-Workshop zu erfahren, wie sich Infos im Netz an*hören*

    Zwar hatten wir auch die Idee eines Internetcafés beim LFT2010, die haben wir aber nicht realisiert <– mangels zusätzlicher persönlicher Kapazitäten und weil es zudem inhaltlich einen Einspruch der JuLe-Pädagoginnen gab – wenn ich das jetzt richtig verstanden habe – die Junglesben seien so viel am Netz, dass sie beim LFT mal leichter davon fern bleiben können sollten. In diesem Sinne bin ich wohl auch ne Junglesbe ;-)

  12. Claudia sagt:

    insbesondere möchte ich gern erfahren:

    was habt Ihr aus den Workshops mit Diana Hartmann gehört, wart Ihr eventuell selbst dabei und wäret bereit, uns zu berichten?

    hier die Ankündigung vom 22.5. bei zwischengeschlecht.info:
    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2010/05/22/Zwitter-@-Lesbenfr%C3%BChlingstreffen-2010-Workshop-mit-Diana-Hartmann

  13. yvonne sagt:

    Ich habe diesmal bei LFT nicht teilgenommen und kann von daher nicht über Workshops berichten. Sorry!

  14. liane sagt:

    Erstmal mit der Presse, war das ja schon immer so, was Lesbenbelange angeht, das da nie grossartig berichtet wurde und die meissten sogenannten “Lesben” Zeitungen sind eh nicht in Lesbenhaende.

    Ich persoenlich war seit fast 20 Jahren zum ersten mal wieder auf einem LFT und habe zum ersten mal teilgenommen an einem Treffen was geoeffnet war (fuer Maenner, die durch Hormone, OP’s, Kleidung, Make up usw ) in sogenannten Lesbenfreiraeumen sichtbar waren, wo ich mich wiirklich nicht wohlfuehlte, aber ich wusste natuerlich vorher das es ein” offenes” Treffen war von daher werde ich micht jetzt nicht weiter darueber auslassen ausser vielleicht noch kurz auf dem Eroeffnungsplenum wurde ja daraus ein Punkt gemacht und extra gesagt das es ein offenes LFT ist, die Mensa war voll und Beifall gab es nicht viel, wenn Frau bedenkt wie voll das Plenum war.

    Was ich super gut fand war, die Act to end hate-Kampagne wo Phumi Mtetwa ueber die Zustaende in Sued Afrika berichtet hat und ich wirklich hoffe das durch all die publicity sich Zusammenschluesse und Organisationen finden, die Druck auf Internationaler Ebene ausueben und wir die Schwestern in Sued Afrika unterstuetzen koennen.

    Die Demo am Samstag morgen fand ich persoenlich zu ruhig, es war eher ein lautloser march obwohl es zum Schluss was besser wurde….

    Die Bootsfahrt fand ich super auch durch die Lesben die uns da informiert haben waehrend der Fahrt ueber geschichtliche Sachen in Zusammenhang mit Frauen Arbeit in der Schiffahrt und rund um den Hafen.

    Die Safia Oase fand ich spitze, einen Raum wo Frau sich wirklich wohlfuehlen konnte.

  15. Claudia sagt:

    Liane, beim Eröffnungsplenum verlesen wurde das, was auch auf unserem Flyer und im Newsletter stand: “Das LFT2010 in Hamburg heißt alle Lesben, Intersexe, Transgender sowie Mann-zu-Frau-Transsexuelle, die sich als Lesben definieren, herzlich willkommen” – von Männern steht da nix ;-)

    zur Demo: find ich interessant, deine Beobachtung wegen lautlos, welche Sorte Unruhe hättest du denn gern gehabt in der Hamburger Innenstadt auf der Straße? Ne Band?

  16. Pat sagt:

    Eine Frage an Claudia wegen deinem letzten Absatz, der mich etwas verwundert: Was soll eine nur sichtbare Demo bezwecken? Das würde mich an einen Trauermarsch erinnern.

    Ich war letztes Jahr bei den Wienerinnen; da war unglaublich viel Power bei der Demo und wir waren definitiv unüberhörbar. Sollte es nicht so sein?

    Wenn ich eine Forderung stelle und diese mit Flüstern vortrage, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich überhört und übersehen werde. Gings weiter oben nicht um das Thema, sichtbarer zu werden?

  17. Birgit sagt:

    Zum Workshop “Intersexualität” von Diana Hartmann:

    Leider war ich nur auf der zweiten der drei Veranstaltungen. Obwohl ich eigentlich vor allem über die anderen (ethnischen und historischen) Perspektiven auf Intersexualität etwas hören wollte und dieser Punkt nur recht kurz abgehandelt wurde, fand ich die Veranstaltung doch gelungen. Das lag zum einen an der Präsenz und sprachlichen Fähigkeit von Diana Hartmann, die mich wirklich beeindruckt hat mit ihrer Art, komplexe Inhalte auf den Punkt zu bringen! Zum anderen habe ich mich auch gefreut, mal soviel interessante Infos zu einem Thema bekommen, das oft nur totgeschwiegen wird. Dafür liebe ich das LFT!

    Die Bücher- und Linkliste, die Diana in ihren Workshops ausgegeben hat, ist eine Schatzkiste. Übrigens: Für alle, die nicht die lange Adresse ihres Informationsarchivs über Intersexualität von Hand eingeben wollen, hier ein Tipp: Googlesuche mit den Stichworten: wuala Archiv Intersexualität

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Diana an einem der nächsten LFTs weiterberichtet, da gibt es sicherlich noch vieles zu wissen. Danke für den spannenden Workshop!

  18. Jill sagt:

    …wenn eine nicht aufpasst…dann landet der kommentar anderswo…also noch ein versuch meinen senf an die richtige stelle zu platzieren…;-)))
    ein kommentar zum thema presse (hab die vorherigen beiträge nur überflogen…): von seiten der l mag zum beispiel weiß ich, dass sie nicht angefragt wurde…und die ist, zumindest redaktionell, in lesbenhand! wenn eine sich für’s lft (presse)öffentlichkeit wünscht, könnte eine orga ja z.b. je eine zeitungslesbe einladen zum lft oder den vorbereitenden treffen.( selbst die taz hat lesben ;-) ) einladungen kann eine auch ohne pressemitteilung ganz früh rausschicken. als ‘hint’ für rostock vielleicht…lg jill, berlin

  19. Margret sagt:

    Ihr lieben, Ich bin eine von der Tagesprogramm-AG. Unten geb ich mal gleich die Presseeinladung vom 14.5. rum. Diese habe ich an ziemlich alle großen Zeitungen gemailt. Ich habe nur die Presse zu “Südafrika” gemacht, weil ich die Idee und dadurch die Durchführung incl. Filia-Antrag hatte.
    Am Pressegespräch waren zwei Journalistinnen (NDR-Info+escape) und außerdem eine Vertreterin der Arbeitsstelle Vielfalt/Justizbehörde und eine vor der HHer Gruppe Terre de Femmes.
    Zusammen mit Phumi und Marianne Hoffmann(Stadt Hamburg) ein sehr gutes Gespräch über eventuelle Zusammenarbeit.

    Einladung zum Pressegespräch am Freitag, 21.05.2010, 10:00 Uhr
    Ort: Haus Drei e.V., Soziokulturelles Stadtteil-Zentrum Altona, Hospitalstr. 107,
    Saal oben, 22767 Hamburg, Anfahrt: http://www.haus-drei.de

    Südafrika hat weltweit die höchste Vergewaltigungsrate.
    Frauenrechtsorganisation befürchten während der Fußball WM in Südafrika einen Anstieg der Vergewaltigungen an Frauen, verbunden mit einer Steigerung der HIV Infektionen.

    Pressemitteilung:

    Anlässlich des bundesweiten Lesbenfrühlingstreffens vom 21.-24.05.2010 in Hamburg hat der Verein Gleich und Gleich e.V. in Kooperation mit der Frauenstiftung filia Phumzile Mtetwa vom „Lesbian and Gay Equality“ Projekt aus Johannesburg/Südafrika eingeladen. Sie wird über die Situation von Frauen und Lesben in Südafrika berichten.

    Bei dem Pressegespräch ist auch Marianne Hoffmann von der Behörde für Kultur, Sport und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg anwesend.
    Marianne Hoffmann hat im WM-Team der Freien und Hansestadt Hamburg die Ausrichtung der WM 2006 im Austragungsort Hamburg koordiniert. Jetzt nimmt sie als kommunale Beraterin an dem InWEnt-Projekt “Südafrika 2010 – Deutschland 2006″ teil und berät ihre Fachkolleg(inn)en in den südafrikanischen Host Cities Durban und Polokwane. Sie wird sich während der WM in Südafrika aufhalten.

    Südafrika hat weltweit die höchste Vergewaltigungsrate an Frauen und liegt auch im Bereich der häuslichen Gewalt an der Spitze. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge hat Südafrika zudem die höchste HIV-Rate weltweit. Durch die Vergewaltigungen ist eine Steigerung der HIV-Rate zu befürchten. Frauen sind nicht nur Vergewaltigungsopfer sondern haben ein hohes Risiko, vom Täter mit HIV infiziert zu werden.

    Die südafrikanische Verfassung steht zu diesen Fakten im krassen Gegensatz. Sie gilt als weltweit beispielhaft hinsichtlich ihrer Festschreibung von Rechten, Demokratie und Gleichheit, auch und insbesondere in Bezug auf Geschlechtergleichheit, der Frauenrechte und dem Schutz vor Gewalt. An der Lebenswirklichkeit vieler schwarzer armer Frauen hat die Verfassung bislang jedoch nichts geändert.

    Der Statistik der nationalen Strafverfolgungsbehörde zufolge geht es in fast der Hälfte aller Prozesse in Südafrika um Vergewaltigung. Zwar konnte die südafrikanische Regierung in den letzten Jahren die Zahl der Straftaten im Lande reduzieren. Die Vergewaltigungszahlen hingegen steigen. Von 400 Vergewaltigungsprozessen führt im Schnitt lediglich einer zur Verurteilung des Täters.

    Frauenrechtsorganisation befürchten während der Fußball WM in Südafrika einen Anstieg der Vergewaltigungen an Frauen und an Lesben, verbunden mit einem Anstieg der HIV Infektionen.

    Ein Teil der männlichen, südafrikanischen Bevölkerung versucht, die in ihren Augen afrikanische Tradition der Heterosexualität mit sogenannten „Korrekturvergewaltigungen“ durchzusetzen. Die Polizei ignoriert Strafanzeigen gegen diese Täter. In den letzten Jahren sind mehr als 30 Morde an offen lesbisch lebenden Frauen in Südafrika bekannt geworden. Die Dunkelziffer soll bedeutend höher liegen. Die schwarze lesbische Fußball-Nationalspielerin Eudy Similane wurde 2008 in Johannesburg ermordet.
    Eine Übersetzerin ist bei diesem Gespräch anwesend.
    Pressekontakt:
    Einladende Kontaktperson:
    Margret Schmidt
    Margret.schmidt@gmx.net
    0163-8340015
    Gleich und Gleich e.V.

    Unterstützt von:
    filia.die frauenstiftung
    http://www.filia-frauenstiftung.de

    Quellenangaben zur höchsten Gewaltrate an Frauen:
    http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/alle-sechs-stunden-stirbt-eine-frau/
    http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/macht-und-gewalt-hivaids-udn-geschlechterhierarchien-in-suedafrika.html?cHash=ee5cae6608
    http://www.sueddeutsche.de/panorama/278/472800/text/
    http://www.boell.de/weltweit/afrika/afrika-8494.html
    http://www.dw-world.de/popups/popup_pdf/0,,1893491,00.pdf – 69k
    http://www.kosa.org/documents/09_02_afrika_sued_wm_2010_4.pdf

    Quellenangaben zu „Korrekturvergewaltigungen“ an Lesben:
    http://www.guardian.co.uk/world/2009/mar/12/eudy-simelane-corrective-rape-south-africa.
    http://www.equality.org.za

  20. Claudia sagt:

    Welche Diana Hartmanns Workshops verpasst hat:
    sie war kurz vorm LFT beim SWR Nachtcafé “Jenseits der Norm” 21.5.2010 anwesend, in der Sendung spricht sie länger ab der 59. Minute, es gibt auch ein Transkript
    schaut mal in das Blog zwischengeschlecht.info

    zeitgleich mit dem LFT fand die Jahresversammlung der deutschen ai-Sektion statt – mit einem erfolgreichen Antrag zu Intersexualität – endlich! – Glückwunsch!
    schaut mal zum 26.5.2010 bei mersi-hamburg.de

  21. Johanna sagt:

    LFT-Rückmeldung allgemein

    Liebe Claudia,

    an deine Bitte von Sonntag Nacht auf der Disco erinnere ich mich noch gut und will gerne meine Reflexion beisteuern zu Eurer Erbauung und Nacharbeit und vielleicht auch Vorbereitung der Rostockerinnen. Auch die LF e.V.-Frauen lesen vielleicht mit und können sich mit dem Lob mitgemeint fühlen. Ich habe VIEL geschrieben – du meintest, dieser Blog wäre der richtige Platz es zu posten? Nun denn!

    Ein Lob auf Euch! Ihr habt tolle Arbeit geleistet, ein sehr schönes und gelungenes LFT. Danke, dass Ihr so viel Zeit (zwei Jahre?) hineininvestiert habt. Was ich besonders gut fand, war natürlich das tolle Design von Programm, Karten, Plakaten. Professionelle Optik, schöne Grafiken mit Wiedererkennungswert, die Selbstäußerungen der Orgas im Heft machten alles sehr persönlich. Ich mochte auch die eigene Formulierung in „einfacher Sprache“ und Euer klares inhaltliches Konzept. Frau merkte, dass ihr da viel inhaltliche Arbeit gemacht habt – und dass ihr selbst Spaß dabei hattet.

    Auch die Beschilderung, die schon von weit weg zum LFT hinführte, und die Karte mit Wegerklärungen waren klasse. Der Überblicksplan der Workshops, den es wie immer bei der Ankunft gab, ist ein Muss zur Orientierung. Gut fand ich auch: dass die Demo direkt nach dem Plenum war und damit der Drang hinzugehen wohl größer; keine Konkurrenzveranstaltung zur Demo (nicht mal Stände) und zum Mittelplenum. Bei der Demo und dem Kiss-in wäre tatsächlich eine Samba-Gruppe, Trommelgruppe oder so recht schön gewesen (aber wo sollen die herkommen?); und der Schluss auf dem Jungfernstieg war nicht so eindeutig; die Ansage war wohl nicht so ganz verstanden worden, ob es jetzt schon vorbei ist oder nicht. Hier wäre vielleicht schick, anzusagen: „Und JETZT dürft ihr wunderbaren Lesben Euch zusammen in die Busse und U-Bahnen schmeißen und auch da nochmal Präsenz zeigen.“ Es hat sich etwas verlaufen.

    Beim Abschlussplenum konnte ich leider nicht dabei sein; aber dafür habe ich die Disco sehr genossen an beiden Abenden. Schöne location, die Musik war sehr gut tanzbar, was die volle Tanzfläche bewies, die Atmosphäre sympathisch. Einzelne Lieder muss frau ja immer aussetzen, weil sie diese nicht mag, das war für mich aber wenig der Fall, und auch die Jules schienen sich zu amüsieren. Da standen wir alle, Lesben jeden Alters von vielleicht 14 bis 70, mit unserer Lemongrass-Limonade und hatten unseren Spaß… War das nur meine Wahrnehmung, oder sind wir insgesamt weniger „cool“ geworden? Blickkontakte, einander anlächeln, eine warmherzige Stimmung. Prima war, dass Disco und Abendveranstaltungen gleichzeitig begannen, so wird es für die, die nur tanzen wollen, nicht ewig spät. Wermutstropfen vielleicht, dass aus räumlichen Gründen eine D-Jane sehr leise schalten musste, um die Parallelveranstaltung mit Musik nicht zu stören. Zu späterer Stunde wurde dieses Lautstärkedefizit dafür mehr als ausgeglichen…

    Als Helferin habe ich Nachtdienst für den Rolli-Aufzug gemacht. Das fand ich gut organisiert und es schienen auch die Rollifrauen damit zufrieden zu sein. Euch als Orgas fand ich nett und offen, wann immer frau euch ansprach. Auf Anregungen (wie: mehr Stühle für Gehbehinderte ohne Rolli, um auf Gängen Pausen machen zu können) wurde schnell reagiert. Und zum Essen: Das Essen im G2 war wirklich Klasse, ich habe mich da gut verpflegen können und etliches Geld in Lesbenhänden gelassen. Sehr gutes vegetarisches Essen, auch über die Wurst hab ich mich gefreut. Am zweiten Veranstaltungsort gab es die Safia-Oase, die auch entsprechend voll war, und ein kleines Handwägelchen zum Verkauf von Kleinigkeiten.

    IDEAL wäre natürlich immer, alles an einem Ort zu haben, keine weiten Wege, die Stände alle auf einer Ebene, draußen eine grüne Rasenfläche zum Ausruhen zwischen den Workshops… ach ja! :-) Dafür, dass dies eben räumlich einfach nicht gegeben war, ja selten so sein kann, war es mit der Verpflegung und Verteilung der Veranstaltungen sehr gut gelöst.

    Das Schmankerl hab ich mir für den Schluss aufgehoben: Die Erotik-Lounge! Welch riesiger Aufwand hier getrieben wurde, um zwischen Disco und Bühnenraum einen Platz zum Entspannen, Kuscheln, Fummeln, Schlafen! zu schaffen – Vorhänge, rotes Licht, Pflanzen und Bilder und im Hintergrund stumm geschaltete erotisch angehauchte Filme. Es hat sich gelohnt! Es entstand eine richtige Bleibe-Atmosphäre.

    Was mir das LFT bedeutet: Bad in der lesbischen Menge; Auffrischen meiner Identität und meines lesbischen, auch meines politischen Bewusstseins – lesbische Weihnachten! :-) Ich bin den Orgas wahnsinnig dankbar, dass es dieses Wunder (fast) jedes Jahr wieder gibt.

    Das war erst einmal mein allgemeines Fazit! Ich mache einen eigenen Kommentar für die Workshops.

    Hochzufriedene, lesbische Grüße von Johanna

  22. Johanna sagt:

    LFT-Workshops

    Hier wie versprochen noch meine Workshopbeschreibungen. Immer diese Qual! Andere Workshops hätten mich auch interessiert, aber ich kann ja maximal einen pro Block belegen. Und schon da brauche ich ab und an eine Lücke, um über die Stände zu bummeln, zu essen oder mich auszuruhen sowie meinen Helferinnendienst unterzubringen. Von den angebotenen Themen entgeht mir also einiges. Wie gut, das wir zu mehreren zum LFT fahren und wir uns danach austauschen können!

    1. Viele oder keine küssen – Lesben erforschen Beziehungsweisen jenseits der monogamen Norm.
    Seit mehreren Jahren gehören diese Polyamorie-Veranstaltungen jetzt zum LFT und bereichern es. Das Widerständige an dem Thema finde ich, dass wir uns unsere Beziehungen wirklich selbst definieren können. Damit ist keinesfalls ein Zwang zur Polygamie verbunden oder überhaupt zu Liebesbeziehungen; es geht einfach drum, dass jede sich genau anschaut, was ihre Neigungen sind, und diesen nachgeht und sie achtungsvoll mit anderen aushandelt, auch wenn es keine „lebten glücklich bis an ihr Ende“-Romantik ist. Ohne jeden missionarischen Eifer bringen die Frauen die Ideen vor und laden zum Austausch ein. Gwendolin ist in ihrer annehmenden Art echt und total angenehm. Schwerpunkt war dieses Mal „Freundinnenbeziehungen“. Die Vorstellungsrunde war aufgrund der Menge der Besucherinnen sehr lang, dadurch kam leider der Input zu kurz. Etwas mehr „Theorie“ wäre also nächstes Mal wieder schön – liebe Dozentinnen, bitte unterschätzt nicht das, was Ihr als gefragte Referentinnen einbringt, selbst wenn jede ihre eigene Expertin ist! Nichtsdestotrotz beschäftigt mich die Thematik nach dem LFT sehr weiter, und mit der KRAKE habe ich ja auch schriftliches Material dazu. Gerne wieder. ww.diepolytanten.de.tc

    2. Der Spinnboden – Lesbenarchiv und Bibliothek stellen sich vor.
    Hochinteressante Veranstaltung im kleinen Kreis, mit Ansichtsmaterial, Flyern und Beamerpräsentation. Eigentlich sollte der Spinnboden doch in aller Munde sein – mit dem New Yorker Lesbenarchiv zusammen das größte weltweit! Ich hatte keine Ahnung, wie groß dieses seit 1973 bestehende Archiv ist (11.000 Bücher, Massen von Plakaten, Flugis, Musikmedien, Filme usw.) und dass alles online zu durchsuchen ist unter http://www.spinnboden.de. Sabine Balke erläuterte, dass der Spinnboden lesbisches Leben im Allgemeinen dokumentieren will und daher an Einsendungen interessiert ist. Thematisch passende Diplomarbeiten, im Selbstverlag erschienende Bücher, Dokumentation von Projekten, aufgelöste Bestände, Lesbenliteratur, ob selten oder nicht so selten – Doppelexemplare werden auf einem Flohmarkt günstig verkauft und kommen den Käuferinnen ebenso zu Gute wie dem Archiv. Keine kann sehr verwundert sein, aber doch empört, dass z.B. das Schwule Museum in Berlin mit der fünffachen Menge Geldes unterstützt wird… Trotzdem bleibt der Spinnboden unabhängig, lesbisch-feministisch. Also: hochinformatives Seminar. Gehört ins Grundstudium des Lesbentums. ;-)

    3. Lesben spinnen gegen die Krise
    Die Politische Aktionsgruppe des Lesbenvereins Intervention in Hamburg lud hier ein, sich gemeinsam nützliche Aktionen auszudenken, mit denen Wissen weitergegeben und aufmerksam gemacht werden kann. Am Anfang eine kurze Analyse mit Schaubildern; schnell wurde klar, dass etliche der Besucherinnen (etwa zehn) regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit, Subsistenz, Kritik des Geld-/Finanzsystems besuchen oder sich sonstwie damit befassen. Die größte Gefahr scheint immer, in die betrübliche Analyse des Gesamten abzudriften, anstatt – auch noch so winzige – konkrete Handlungsansätze zu nennen. Ideen gab es hier aber reichlich, z.B. (stichpunktartig aufgeführt): Umsonstläden; Initiativen für bedingungsloses Grundeinkommen unterstützen; lesbische Tauschringe; kommunale Geldformen; Sichtbarmachen der bereits bestehenden alternativen Lebensformen, damit wir uns damit stärken können: Wo agiere ich ohne Geld, wo tausche ich unterschiedliche Gaben und Gegengaben und mache mich damit vom verordneten Konsum und enteigneten Geldkreislauf unabhängig? Wie kann ich das noch mehr tun?
    „Global denken, regional handeln“ wurde zitiert; überlegen, wie und wohin eine spenden kann, wie sie mit Spenden unterstützen will, sofern sie es sich eben leisten kann; als Aktionsformen Straßentheater, Guerilla-Gardening oder Community Gardens / Interkulturelles Gärtnern; bestehende Aktionen der vielen bestehenden Aktionen unterstützen, wie auch „Frauenkompetenz in der Finanzkrise“ von attac. Samirah Kenawi und ihr neues Buch „Falschgeld“ wurden genannt und Frigga Haugs Modell 4 in 1-Perspektive von den Referentinnen zitiert, nach dem eine Gesellschaft mit viel weniger Erwerbsarbeit und dafür mehr an Versorgungsarbeit, Kreativität und Engagement organisiert sein sollte. Hochinteressant war in der Gruppe die Beobachtung, dass wir mit dem lesbischen Unabhängigkeitsgeist „Ich will von niemand abhändig sein“ womöglich dem Neoliberalismus in die Arme laufen „Jede/r ist für sich selbst zuständig“. Das kann es ja auch nicht sein!
    Zuletzt die Frage: Welche Formen von Kommunikation und Veranstaltungen funktionieren heute denn? Womöglich sind das keine Massenveranstaltungen mehr und kein Werben um viele Mitfrauen, sondern kleine, aber feine Zirkel, über persönlichen Kontakt zu Stande gekommen. Daraus ergab sich auf jeden Fall die dringende Notwendigkeit und der Wunsch, diesmal dran zu bleiben: Auf jedem LFT beginnen wir von vorne und würden diese Diskussionen des widerständigen, heilenden Lebens aus lesbisch-feministischer Sicht doch gerne weiterführen! Eine E-Mail-Liste geht herum, zwei Frauen übernehmen es, die passende Online-Plattform für eine solche Diskussion zu suchen und die anderen zu informieren. Erfolgreich gesponnen!
    Anregung für die Referentinnen: im Workshop die genannten positiven Ideen aufnotieren und damit auf ihnen aufbauen können. Erst als ich meine Notizen jetzt hier zusammenfasste wurde mir bewusst, wie viel wir zusammengetragen hatten!
    http://www.lesbenverein-intervention.de

    4. Auf zu neuen Abenteuern – Biodanza kennen lernen
    Nach so viel Theorie wurde mir bei einer Tasse Kaffee in der Safia-Oase klar, dass ich etwas Körperliches brauchte. 45 Frauen trafen sich in einer großen Turnhalle und wurden in diese besondere Tanz- und Kommunikationsform eingewiesen. HeideMarie Eich war eine sehr kompetente und charmante Lehrerin. In den Körper spüren, sich nach den vielen verschiedenen Liedern bewegen, dabei aber die Augen meistens weit auf und in Kontakt gehen. Klang zunächst anstrengend (war es übrigens auch! Fast zwei Stunden tanzen), entpuppte sich aber als inspirierend und beglückend. So viele tolle Lesben! Für mich war es in seiner Weise eine Veranstaltung zur Polyamorie (mit den unterschiedlichsten Frauen Kontakt aufnehmen, tanzen und mich wieder verabschieden) und außerdem ein Erotik-Workshop, denn die Energie prickelte gewaltig. Sehr zu empfehlen!
    Die Veranstaltung war die letzte am Sonntag Abend. Insofern gut, als ich mich vor der Disco noch frisch machen und dann den Schwung direkt auf die Tanzfläche mitnehmen konnte. Aber um die Schwingung auf dem LFT selbst zu erhöhen, könnte sie eigentlich auch an den Anfang gesetzt werden? Frau schaut die anderen dann mit ganz anderen Augen an…
    http://www.biodanza-duesseldorf.de

    Polyphile Lesbenküsschen von Johanna

  23. Claudia sagt:

    danke Johanna, wow, das ist ein großes polyphiles Geschenk von dir!

    ich schrieb weiter oben zu Lianes Beitrag:
    >> find ich interessant, deine Beobachtung wegen lautlos, welche Sorte Unruhe hättest du denn gern gehabt in der Hamburger Innenstadt auf der Straße? Ne Band?

    Pat meinte daraufhin:
    > Eine Frage an Claudia wegen deinem letzten Absatz, der mich etwas verwundert: Was soll eine nur sichtbare Demo bezwecken?

    hab ich das gefordert? ;-)
    ich wollte nur gern wissen, was Liane sich so vorgestellt hat, das war gar keine rhetorische Frage

    > Ich war letztes Jahr bei den Wienerinnen; da war unglaublich viel Power bei der Demo und wir waren definitiv unüberhörbar. Sollte es nicht so sein?

    von mir aus gern :-)

    > Wenn ich eine Forderung stelle und diese mit Flüstern vortrage, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich überhört und übersehen werde. Gings weiter oben nicht um das Thema, sichtbarer zu werden?

    ja, mir hätten deshalb hohe Transparente gut gefallen (also welche, die über die Lesben hinausragen und aus aus relativer Ferne zu sehen sind), da hatte ich auch eines im Sinn, aber bei dem typischen Wind ist das wie Trockensegeln, sehr anstrengend, und mit Löchern drapiert und dennoch zerfetzt wollte ich die 3m-hohe LFT-Logo-Fotowand nicht wieder mitnehmen müssen, hat mir gut gefallen, dass sie im Hof der G 2 bereitstand, es sind ein paar fantastische Fotos dabei rumgekommen ;-) vielleicht hätten wir dieses Riesenlaken mit Schriftzug “Lesben Leinen Los” doch mitnehmen und dann wenigstens am Jungfernstieg entrollen sollen… next time

    > Flüstern

    ne Flüstertüte war im Einsatz bei den beiden Redebeiträgen am Kriegsklotz und auch Phumis Rede war ziemlich vernehmlich und wurde gebärdengedolmetscht

    wir hatten eine Band im Sinn, der war’s dann aber zu lesbisch bei unserem Event… vielleicht findet sich eine Band für die Demo in Rostock?

    insgesamt ist meine Frage offen gestellt: Politische Forderungen und Positionen bei ner LFT-Demo – wie könnten sie gut rübergebracht werden?

  24. Claudia sagt:

    Heute ging der 10. und letzte Newsletter des LFT 2010 raus – ist sicher in Kürze auch wieder bei lesben.org zu finden :-)

    also: ab jetzt (erst recht) macht Ihr die News rund um die LFT-Nachlese selbst :-)

  25. Luli sagt:

    schön, wie fleissig ihr seid!!!

  26. Pingback: Newsletter 10 des Lesbenfrühlingstreffens Hamburg 2010

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