“Wie Frauen die soziale Spaltung vorantreiben“, titelte heute die Welt in ihrer Online-Ausgabe.
Gemeint war:
Früher, als Frauen noch nicht so gut ausgebildet waren, haben sie sich oft ein, zwei Gesellschaftsschichten hochgeheiratet. Krankenschwester angelt sich Arzt. Und die Männer haben gern die Vorteile einer Ehefrau genossen, der dieser Aufstieg etwas wert war. Flux gab’s eine Vermischung der Schichten.
Heute ist das alles anders. Frauen heiraten nämlich nicht oft Männer, die schlechter ausgebildet sind. Eigentlich heiraten sie oft überhaupt nicht mehr. Und, diese Anmerkung muss erlaubt sein: wenn wir heiraten, dann nicht unbedingt Männer. Also bleiben alle unter sich und die Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten bleiben wie sie sind.
Allerdings gibt es heute mehr Akademikerinnen als je zuvor. Und deren Paarungsverhalten verstärkt – so bizarr es klingt – die soziale Ungleichheit. „Wenn sich zwei Partner mit recht ähnlichen Einkommenschancen zusammentun, dann kumulieren sich dort die Vorteile beziehungsweise die Nachteile“, sagt Soziologe Blossfeld.
Das mit den Frauen und der Schichtbeständigkeit stimmt übrigens. Nicht nur in der Heterawelt. Wir Lesben machen es meist genau so. Gibt es irgendwo eine Lesbe, die kein Sozialpädagogin-Logopädin-Paar unter ihren Bekannten hat? Grundschullehrerin-Stationsschwester? Kircheneinrichtungsleiterin-Frauenbeauftragte?
Karin Wolff, die frühere hessische Kultusministerin, mag da wie eine Ausnahmeerscheinung wirken mit ihrer Heilpraktikerin … bis der Groschen fällt: Die Wolff ist ja eigentlich Lehrerin! So ist das. Was nicht heißt, dass damit die Welt in Ordnung ist, denn:
Solange sich die Frauen bei der Partnerwahl nicht von ihrem alten Rollenbild lösen, kann ihnen hier der eigene Erfolg zum Verhängnis werden.
Nun kann sich jede denken, dass Verhängnisse auch ihren Reiz haben. Und zu den Rollenbildern, die es zu überwinden gilt, fällt mir auch was ein.
Zum Beispiel Jennifer Corday. Sie hat aus einem langweiligen Südstaaten Song, Redneck Woman kurzerhand Redneck Lesbo gemacht und ein Text ein bisschen … aktualisiert.
Ich hab’s neulich bei meinem Lieblings-Independent-Musikvertrieb CD Baby entdeckt, bestellt und war hin und weg.
Gibt ein Wohnzimmer-Video davon, übrigens:
Na? Is that funny or what?
Quelle für beide Zitate aus der Welt: http://www.welt.de/wirtschaft/article1987626/Wie_Frauen_die_soziale_Spaltung_vorantreiben.html


