Aber hoffentlich heute zum letzten Mal.
Am 12. Februar 2004 heirateten Phyllis Lyon und Del Martin das erste Mal. Sie waren das allererste legal verheiratete lesbische Paar in den USA. Sie blieben verheiratet, bis die kalifornischen Gerichte der Stadt San Francisco wenige Wochen später verboten, gleichgeschlechtliche Ehen zuzulassen.
Hier ein paar Eindrücke davon, wie es 2004 war – und hätte bleiben sollen:
Nun – inzwischen gibt es eine Entscheidung des höchsten kalifornischen Gerichts: siehe Beitrag zum Heiratshype vom 17. Mai. Die Kurzfassung ist: Es verstößt gegen die kalifornische Verfassung, Ehen auf hererosexuelle Paare zu beschränken.
Ein paar Wochen haben die kalifornischen Behörden schon gebraucht um das alles umzusetzen, aber nun kann es losgehen. Heute, kurz nach 17.00 Ortszeit.
Wie schon 2004 werden auch heute Del Martin und Phyllis Lyon das erste Paar sein, das in San Francisco von der neuen kalifornischen Rechtsprechung Gebrauch macht.

Phyllis Lyon, stehend, und Del Martin
Foto: Deanne Fitzmaurice, San Francisco Chronicle http://www.sfgate.com/
Gemeinsam mit ihrer Partnerin Del Martin, Barbara Gittings und fünf weiteren Frauen gründete Phyllis Ann Lyon 1955 die erste landesweite lesbische Organisation in den USA, die Daughters of Bilitis (DOB). Sie war Mit-Herausgeberin der DOB-Zeitschrift The Ladder. DOB verstanden sich auch als Alternative zur Bar-Szene.
In den 1950ern gab es wenig Treffpunkte für Lesben außerhalb des Sub. 1958 hatten die Daughters of Bilitis bereits Ablegerinnen in Los Angeles, New York und diversen anderen Städten. Sie hatten regional unterschiedliche Schwerpunkte, umfassten aber Diskussionsgruppen, Veranstaltungen, politische Aktivitäten, Forschung und Zusammenarbeit mit schwulen Gruppen wie der Mattachine Society. Die Daughters of Bilitis waren mit dem Ziel gegründet worden, im heterosexuellen Mainstream Akzeptanz für Lesben zu schaffen. In den 1970ern, nach Stonewall und mit der neuen Frauenbewegung kamen zunehmend radikal feministische Frauen hinzu. Der Richtungsstreit führte zur Marginalisierung und schließlich zur Auflösung der Daughters of Bilitis.
Del Martin und Phyllis Lyon sind dabei geblieben – immer irgendwo in Sachen lesbisch-schwule etc. Rechte unterwegs. Und jetzt in San Francisco vor dem Standesamt.
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