Sabine Fuchs (Hrsgin.): Femme! radikal – queer – feminin.

Fuchs_Sabine_FemmeBerlin 2009, 225 S., 16,90 € Dies ist zur Zeit mein absolutes Lieblingsbuch. Ich halte es für einen Meilenstein in der Geschichte der lesbischen Femme-Identitäten. Und ganz besonders freue ich mich, die Herausgeberin Sabine Fuchs am 7. Mai 2010 in unserer Denkräume-Reihe in Frankfurt zu einem Vortrag begrüßen zu dürfen.

Der Titel des Buches ist bewusst gewählt, um zu verdeutlichen, inwieweit sich diese Begriffe ergänzen und nicht zwangsläufig einen Widerspruch darstellen müssen. Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Sabine Fuchs hat sich kompetente AutorInnen wie Joan Nestle, Mitbegründerin der „Lesbian Herstory Archives“ ins Boot geholt und bezieht sich auf prominente KatalysatorInnen wie Judith Butler, Susie Bright und Pat Califia. Brechen will der Sammelband vor allem mit der traditionellen Vorstellung von Femininität als “schwach, hilflos und unbedeutend”.                 So stellt Fuchs die These auf: “Entgegen dem Vorurteil, das Femininität mit reaktionärer oder auf Anpassung abzielende Politik in einen Topf wirft, setzen Femmes Femininität mit radikaler Gender- und Sexualpolitik in Verbindung und wandeln sie in Femme-ininität um.“ Die AutorInnen stellen Femininität in einen kritischen gesellschaftlichen Kontext und zeichnen ein selbstbewusstes Bild von femininen Lesben, denn: “Femmes sind radikal in ihrer Weigerung, sich dem dominanten geschlechtslosen, androgynen oder maskulinen Look in der Lesben- oder Queerszene anzupassen.” Diese Einführung fordert Sprach- und Denkmuster neu zu definieren und gibt wichtige Denkanstöße. Mit dem Sammelband hat die Herausgeberin ein neues Standardwerk der Lesben- und Frauenliteratur geschaffen!

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7 Antworten auf Sabine Fuchs (Hrsgin.): Femme! radikal – queer – feminin.

  1. Claudia sagt:

    Das Buch ist interessant, bleibt aber meiner Meinung nach immer noch zu sehr im heterosexuellen Mann-Frau, Butch-Femme Dualismus verhaftet. Und das queere “alle MannMenschen werden Brüder” verstehe ich übrigens auch nicht als Alternative/Lösung ;-)

    Wir bemühen uns also weiter darum das “ewigwährende” Geschlechterparadoxum aufzulösen…

  2. Soraya sagt:

    Es gibt jetzt auch eine eigene Webseite zum Buch:

    http://www.das-femme-buch.de/

  3. Amy sagt:

    Wieso diese redewendung alle menschen sollen “brüder ” werden? das entspricht nicht meinem lesbischen und feministischen empfinden – ich bevorzuge nicht das maskulinum, sondern lieber die sprachwahl “alle menschen werden schwestern” .
    “Schwesterlichkeit als kosmisches bündnis bedeutet, dass wir anfangen müssen, dem kosmos neue namen zu geben”
    Mary Daly lesbische radikalfeministische philosophin
    (für die femininen lesbians passt sie natürlich leider optisch nicht in das gewünschte bildnis einer sog. “femininen” lesbe )

  4. AnnaLeptikum sagt:

    Mir hat an dem Buch besonders gefallen, dass es die “Unsichtbarkeit” von Femmes thematisiert.
    Leider bezieht sich der Sammelband ausschließlich auf den Typ femme, die sich von maskulinen Frauen und/oder Transmännern angezogen fühlt. Die femme, die sich ebenfalls zu femmes hingezogen fühlt ist in diesem Buch unsichtbar. Mittels “nicht- erwähnen” wird sie ausgeschlossen.

    Das das Buch ausschließlich auf die asymmetrische Beziehung zwischen butch/trans & femme fokussiert wäre für mich okay, wenn das Werk nicht den allgemeinen Titel “Femme!” tragen würde. Es geht mämlich NICHT um DIE femme, sondern um eine bestimmte Art und Weise femme zu sein.

    Als ich oben stehendes auf butch-femme.de anmerkte, wurde dies von der Herausgeberin höchstpersönlich u.a. als “offenkundiger Quatsch”, “Blödsinn” und “offensichtliche Fehllektüre” bezeichnet. Sie war jedoch nicht bereit, mir eine einzige Stelle im Buch zu zeigen, die das Gegenteil belegt.

  5. pfefferkorn sagt:

    ich hab eher den eindruck, dass das buch zum einen zur sichtbarkeit der femme beiträgt, in dem femme eine identität darstellt, die nicht “die neben der butch” ist, sondern eine unabhängige –
    zwischen den zeilen liest sich auch, dass femme wohl häufiger butch /TM als F begehrt, was tatsächlich fehlt, ist die beschreibung des f-/f- begehrens, das scheint mir tatsächlich eine leerstelle in dem band zu sein.

  6. Hab zum Vortrag im EVA
    gebloggt. :-)

  7. Konny sagt:

    Hier bei “Kritisch lesen” gibt es von Lola noch eine lesenswerte Rezension zum Buch:

    Femmepowerment, Queer_Femmeinismen und femmemose Fragen

    http://www.kritisch-lesen.de/2011/06/femmepowerment-queer_femmeinismen-und-femmemose-fragen/

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