US-Armee – Ende der Diskriminierung in Sicht?

Kommenden Dienstag, am 2. Februar, soll US-Verteidigungsminister Robert Gates erste Schritte gegen die Diskriminierung von lesbischen und schwulen Armee-Angehörigen vorstellen. Das kündigte Präsident Obama vor dem US-Kongress an, berichtet CNN.

Video: Präsident Obama will "Don't Ask Don'T Tell" abschaffen

Die geltende Regelung, Don’t Ask Don’t Tell, kurz “dadt”, wurde 1993 von der Regierung unter Bill Clinton eingeführt. Damals ging es darum, Lesben und Schwulen überhaupt den Zugang zu den US-Streitkräften zu ermöglichen.

Die Administration ersann ein Verfahren, nach dem Vorgesetzte nicht mehr das Recht haben, Armeeangehörige nach ihrer sexuellen Orientierung zu fragen – und die lesbischen und schwulen Armeeangehörigen ihre sexuelle Orientierung ebenfalls nicht thematisieren durften.

Jetzt, im Nachhinein, ist klar, dass das – so gut es gemeint war – schiefgehen musste. Nichts und niemand hält heterosexuelle Soldatinnen und Soldaten davon ab, über ihre Familien zu sprechen. Lesben und Schwule in der Armee müssen ein Geheim-Dasein führen, denn alles andere führt zu ihrer Entlassung … davon waren seit der “dadt”-Gesetzgebung übrigens weit mehr Frauen als Männer betroffen.

“dadt” in The L-Word

Populär präsentiert wurden die Auswirkungen des Banns bei The L-Word: Tasha Williams, gespielt von Rose Rollins, ist mit Alice Pieszecki zusammen. Politisch weit voneinander entfernt – die eine Irak-Veteranin, die andere Kriegsgegnerin – kämpfen die beiden um eine einigermaßen normale Beziehung, in der Alice mit dem gleichen Recht ihre lesbische Beziehungs-Kolumne im Radio weiterführen kann wie Tasha Diskretion in der Öffentlichkeit einfordert. Schließlich wird Tasha von einem anderen Soldaten denunziert, sie entscheidet sich, zu ihrer Beziehung zu Alice zu stehen und ihre Armee-Karriere dafür erzwungenermaßen aufzugeben.

Margarethe Cammermeyer – lesbisches Vorbild

Margarethe Cammermeyer mit ihrer Partnerin Diane DivelbessMargarethe Cammermeyer, Oberst in der US Armee, ist eine der Vorkämpferinnen für das Recht, als offen lesbische Frau in der US Armee zu dienen. Sie entdeckte nach langer Ehe und mit vier Kindern, dass sie lesbisch ist. Als die Armeeführung davon erfuhr, weigerte sie sich nach einem dramatischen Selbstfindungsprozess, ihr lesbisches Leben zu verleugnen. Sie wurde 1992, 50jährig, deshalb unehrenhaft entlassen. Sie kämpfte weiter und gewann. 1994 wurde ihre unehrenhafte Entlassung und das damals geltende Verbot von lesbischen Frauen und schwulen Männern für verfassungswidrig erklärt; Cammermeyer kehrte danach bis zu ihrer Pensionierung zur Nationalgarde zurück.

Die Geschichte von Margarethe Cammermeyer wurde mit einer grandiosen Glenn Close in der Hauptrolle verfilmt: Serving in Silence.

Politische Bewegung

Rea Carey, Executive Director, National Gay and Lesbian Task Force Der Widerstand gegen die Don’t Ask Don’t Tell Diskriminierung nimmt in den lesbisch-schwulen Bewegungen der USA eine ähnlich wichtige Rolle ein wie der Kampf um das Recht, legal zu heiraten oder die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare im Öffentlichen Dienst. Als Präsidentschaftskandidat setzte sich Barack Obama stark für die Rechte von Lesben und Schwulen ein und versprach insbesondere, gegen Don’t Ask Don’t Tell vorzugehen. Dass im ersten Jahr der Obama-Regierung noch keine Initiative erfolgt war, wurde Obama von zahlreichen Gruppen vehement vorgeworfen, unter anderem von der National Gay and Lesbian Task Force, einer überregionalen Interessenverbindung, die Lobbyarbeit für zahlreiche Gruppen bündelt.

“dadt” im Leben von Armee-Angehörigen

In ihrem Buch Secret Service — Untold Stories of Lesbians in the Military berichtet die frühere Soldatin Zsa Zsa Gershick über ihre Geschichte und ihre Erfahrungen im Militär.

Hier in der Online Talk Serie Cherry Bomb stellt sie das Buch vor:

Links und Quellen:

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