Ich lese und höre all überall, welche Lesbe butch ist, und welche femme,
dass Femmes nicht ernst genommen werden, weil sie zu feminin sind.
dass Butches nicht ernst genommen werden, weil sie zu kerlig sind,
ob Butches jetzt Männer sein wollen oder nicht,
ob Femmes jetzt als Heteras durchgehen wollen oder nicht,
hier laufen feminine Femmes rum, die sehr gerne jammern, weil doch alle Lesben so böse zu ihnen sind,
da laufen butchige Butches rum, die darüber jammern, dass alle Lesben sie für Männer halten und deshalb böse zu ihnen sind.
Und das, obwohl wir doch jetzt alle angeblich Queer und
somit weder noch noch überhaupt irgendwas sind, außer wir selbst.
Sagt mir bescheid, wenn Ihr zu einer Entscheidung darüber gekommen seid, ob ich jetzt butch oder femme oder queer sein soll oder was auch immer.
Bis dahin bleibe ich einfach weiter lesbisch.
9 Antworten bis jetzt ↓
1 Madleine // Dez 23, 2009 at 15:55
Ich verstehe, dass du für mehr Toleranz eintrittst, aber das geht nun wirklich zu weit:
Die sind doch auch wirklich blöd, oder sieht das irgendwer anders? :-))
2 xenia // Dez 25, 2009 at 08:05
….ganz spontan, nachdem ich meine weihnachtsgrüße an euch alle unter den virtuellen tannenbaum gelegt habe, stellt sich mir, ( mitte sechzig, gentlemen-butch), wieder einmal die frage nach euch anderen, (nicht nur senior-) femmes und – butches,…..?
ist es immer noch so, dass sich butches+-femmes meist von der übrigen (lesbenschaft), mangels kenntnis der dynamik, mißverstanden bis angegriffen fühlen….?…und deswegen “abgetaucht” sind…..?
soll das so weitergehen….?
ich meine nein und wünsche mir eure sichtbarkeit, eure kommentare, eure mails und eure anregungen, euere teilnahme um uns einen “treffpunkt” im raum rhein-main zu schaffen.
ich wünsche mir, dass wir uns darauf besinnen, die zu sein die wir sind und uns zeigen,…..hier und anderswo.
ich wünsche mir, dass wir uns über den austausch hinaus kennenlernen.
ich freue mich auf euch…….
3 irgendeine Userin // Dez 25, 2009 at 14:27
Queer war noch nie mein Konzept bezüglich Lebensweise. Es war und ist mir zu beliebig, wird immer häufiger für schwul eingesetzt, verklärt, dass wir immer noch im einem Patriarchat leben, in dem Frauen, erst recht Lesben, nichts zu lachen haben. Auch wenn wir glauben, dass wir die Jungs auslachen…
Ich bin lesbisch, feministisch.
So ist das.
4 pfefferkorn // Dez 31, 2009 at 12:57
ehrlich gesagt finde ich l-talk gut – wegen der quellenangaben, wegen der tiefsinnigkeit und weil ich meist verstehe, worum es eigentlich geht – hier verstehe ichs nicht – wen sollte warum interessieren, ob astrid es wurscht ist, wer sie wie bezeichnet?
5 Marion Neef // Jan 9, 2010 at 13:44
Danke Xenia! Selbstreflexion und die eigene Inszenierung, ein bisschen Katz und Maus spielen ist ja ganz nett! Lady´s -sollte dies schon alles sein?!
Mir ist die Frau dahinter wichtiger- ihre gesammte Persönlichkeit – ihre Stärken und Schwächen, ihre ganz persönlichen Eigenheiten- genau so möchte ich wahrgenommen werden und die andere wahrnehmen dürfen und können- eine Begegnung zweier Menschen- für wie lange, wie intensiv?!hoffentlich ohne Verletzungen für die eine oder andere, schon garnicht einer Dritten- viel lieber als Bereicherung des eigenen Lebens und des Lebens der Anderen. Es gibt genügend dringendere Dinge über die wir als mögliche Comunity uns verständigen sollten. Frauenbewegt Leben und Lieben heißt auch der Blick über den eigenen Tellerrand- was bekanntlich eine Bereicherung für alle sein könnte.
Einfach Leben- da es viel zu kurz sein kann- am Ende!!!!!!!!!!keine “Theaterinszenierung”!!!!!! Ab jetzt. Marion
6 Konny // Jan 22, 2010 at 07:33
Auf lesbenforen.de gibt es zur Zeit eine interessante Diskussion über B/F. Und dort sind endlich mal Lesben zu finden, die sich als bekennende Femmes bzw. Butches ausgeben.
Dass Lesben lesbisch und feministisch sind, ist ja inzwischen erlaubt. “queer”-Sein ist ja schon weniger erlaubt :-) Und Butch oder Femme sein wird ja gerne nicht erlaubt :-))) Über die Unsichtbarkeit der Femmes (übrigens der feministischen Femmes) gibt es ein neues Interview mit Sabine Fuchs hier:
http://www.girls-parship.de/editorial/parship_magazin/aktuell/nachgezaehlt/nachgezaehlt_detail/interview_femme.html
Und mich einer Femmemafia anzuschließen birgt aufregende Möglichkeiten!!!! pfefferkorn, kommst du mit?! ;-)
7 Claudia // Jan 22, 2010 at 11:08
Für mich sind Femme und Butch einfach nur Hilfskonstrukte mit denen Frauen versuchen mit ihrer Passivität umzugehen. Sprich eine muss den Anfang machen, “sich trauen” und schon das kriegen viele meist nicht hin. Und sind diese Rollen nicht eh von schwulen Männern übernommen?
8 Sophia // Jan 23, 2010 at 15:18
Ist doch klar, wenn man seit Jahrtausenden nichts anderes kennt als stereotype männliche Aktivität und weibliche Passivität, dann orientiert man sich zunächst daran. Ich kann ohnehin nicht verstehen, wie Lesben ohne jegliches historisches Bewusstsein Beziehungen führen können, ohne mal über die ihnen von ihren Müttern vorgelebte Frauenrolle zu reflektieren usw. – es ist doch keine Mode oder ein spezieller Geschmack Frauen zu lieben, sondern etwas kulturelles und bedeutendes.
Man kann auch als Frau aktiv sein, aber man muss es erst lernen. Das hängt sehr stark mit dem eigenen Begehren zusammen – wo kein begehren ist, kann auch keine Aktivität entstehen.
Ich finde Greta Garbo ist ein schönes Beispiel von weiblicher Aktivität, sehr erotisch und faszinierend. Oder auch Marlene Dietrich.
Weibliche Aktivität ist wohl am ehesten mit der mütterlichen Liebe zu vergleichen, gepaart mit sexuellem Begehren. Das miteinander zu verbinden fällt eben vielen Frauen schwer (und vor allem sucht man ja erst mal bei anderen Frauen nach dieser Form von mütterlicher Liebe).
9 Sophia // Jan 23, 2010 at 15:55
Achja… hier habe ich noch ein schönes Beispiel für weibliches aktives sexuelles Begehren jenseits der Butchrolle gefunden:
http://www.tudou.com/programs/view/C4lQO5dJBFo/
Die Schauspielerin Gudrun Landgrebe liebt im Film “Berlin Affair” (1985) leidenschaftlich eine junge Japanerin – diese Szene ist sehr faszinierend, da es einem so vorkommt, als würde sie das erste Mal in ihrem Leben ein anderes Wesen bewusst berühren und von ihm Besitz ergreifen und das ganz und gar als Frau.
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