Seit 14 Jahren steht er für lesbische und schwule Kooperation in der Literatur: der Berliner Querverlag, 1995 von Ilona Bubeck und Jim Baker gegründet. Die Reihe Bisse und Küsse gehört dazu, Romane von Karen-Susan Fessel, Corinna Waffender und vielen anderen, das L-Word Fanbuch, immer wieder neue, unbekannte Autorinnen, die mitunter gar nicht unbekannt bleiben und Sachbücher von Sex über Politik bis Identität und zurück.
Gründe genug, auf der Buchmesse zu sehen, was der Querverlag Neues für Lesben im Programm hat.
Der Debutroman von Petra Brumshagen, Scheinfrei, über den Konny und Jim Baker auf dem Bild rechts sprechen, wurde am Freitagabend bei der lesbisch-schwulen Lesenacht im LSKH vorgestellt. L-talk hat die Gelegenheit genutzt, mit der Autorin einen Interviewtermin in den nächsten Tagen zu vereinbaren.
Neu und heiß diskutiert ist der Titel Femme! radikal – queer – feminin, herausgegeben von Sabine Fuchs und, laut Verlag, “kritisch-analytisch, selbstironischprovokant und feministisch”.
Das Vorwort stammt von Femme-Ikone Joan Nestle, Gründerin der Lesbian Herstory Archives in New York, und zu dem Buch haben völlig unterschiedliche Autorinnen beigetragen; da geht es um Sexualitäten, um Identitäten, um Femme-Sein.
Ausgesprochen kontrovers erlebt auch Verleger Jim Baker die Debatte um das Buch. Zu intellektuell fänden es manche, eine Offenbarung andere.
Eine Leserin auf der Buchmesse:
Das große Problem in meinem Leben ist, und das macht das Lesen von „femme!: radikal – queer – feminin“ so schwer, dass da so einfache Wahrheiten drinstehen wie „Femmes sind radikal in ihrer Weigerung, sich dem dominanten geschlechtslosen, androgynen oder maskulinen Look in der Lesben- oder Queerszene anzupassen.“ Da fällt es mir dann wie Schuppen von den Augen, warum ich 35 Jahre lang „Frau sein“ verweigert habe und wie schwer es ist und war, in der Lesbenwelt eine für mich stimmige Identität zu finden. Und je länger ich darüber nachdenke, umso mehr beginne ich die engen Grenzen der Lesben zu hassen!
Femme! radikal – queer – feminin wird einer der Titel aus dem Querverlag sein, die die lesbisch-feministische Debatte neu beleben, so viel ist sicher!
Ziemlich neu ist die Krimi-Reihe Quer Criminal, in der bisher neben drei schwulen Titeln ein Roman von Corinna Waffender erschienen ist, Tod durch Erinnern. Im Herbst 2009 sind zwei schwule Titel erschienen, im Frühling 2010 werden – großes Geheimnis! – zwei lesbische folgen.
Buchmesse wäre nicht Buchmesse, wenn es keinen Klatsch gäbe: So haben wir erfahren, dass Quer-Verleger Jim Baker sich ausgezeichnet mit L-mag Herausgeberin Manuela Kay versteht … und dass er Beth Ditto (“The Gossip”) entdeckt hat.
Links und Quellen:
- Querverlag: querverlag.de
- unterstütze Konnys Lesbenseiten mit deinen Einkäufen bei Amazon
- Lesbian Herstory Archives in New York
- weitere Bilder vom Besuch beim Quer Verlag auf der Buchmesse in der Bildergalerie
- Sabine Fuchs (Hg.): Femme! radikal – queer – feminin, Querverlag, 2009
- irgendeine Userin von Ja! Es sind Comics! berichtet ebenfalls von der Buchmesse: Faszination Comics




Ach, was für ein schöner Artikel! Und das sind ja spannende Neuigkeiten: Zwei lesbische Krimis im Frühjahr 2010 beim Querverlag – da freu ich mich schon! Und über das Buch “Femme! radikal – queer – feminin” werden wir noch des öfteren etwas lesen. Toll, dass der Querverlag es verlegt hat!!!
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