Lesbatte: Irrungen und Wirrungen um lesbische Politik

Joni.T Um Lesbenpolitik zu machen – muss eine sich dafür einer Szene zugehörig fühlen?

Konny Nee, muss sie nicht. Natürlich ist es klasse, wenn sie einen feministischen Hintergrund hat, aber zwingend erforderlich ist das nicht (mehr). Früher, als es noch um die Belange von FrauenLesben ging vielleicht, aber heutzutage? … nee.

Joni T Mir kommt es so vor, als gehe es bei Lesbengesprächen oft um Diskriminierung, aber trotzdem hat die klassische Antidiskriminierungspolitik – Parteien, Bürgerrechtsorganisationen, Verbände – einen schlechten Ruf unter Lesben. Als sei eine Entscheidung nötig, entweder handfest etwas gegen Diskriminierung zu unternehmen oder sich denen zugehörig zu fühlen, die sich diskriminiert fühlen. Beides scheint schwer vereinbar zu sein.

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Rezension zum Film: Fjellet – Der Berg

Der im November 2011 bei der L-Filmnacht gezeigte und Anfang Dezember 2011 auf DVD erschienene Film ist keine leichte Kost: Ein lesbisches Paar, das vor zwei Jahren den gemeinsamen 5-jährigen Sohn Vetle auf einer Tour in der endlosen Weite der norwegischen Berge durch ein Unglück verloren hat, macht diese Tour noch einmal. Es ist kalt, es ist karg, es schneit und es gibt nur zwei Darstellerinnen: eben dieses Paar, bestehend aus Nora und Solveig.

 Fjellet - Der BergNichts kann ablenken. Interessant ist, dass Regisseur Ole Giaever weder durch Schwenks in die großartige Landschaft noch durch weitere Schauspielerinnen oder Schauspieler uns verführt, vom Thema abzukommen.

Und was ist das Thema?

Zum einen der Tod des Jungen und dessen Bewältigung. Und zum anderen die Liebesbeziehung zwischen Nora und Solveig.

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Rezension zu Elke Ambergs Buch “Lesben in der Presse”

Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden“Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden” so heißt das im Herbst 2011 im Ulrike Helmer erschienene Buch von Elke Amberg. Die Autorin stellt hierin eine Studie vor, die die Lesbenberatungsstelle LeTRa (LesbenTRaum) in München 2009 an Elke Amberg in Auftrag gegeben hatte. Ziel war es, die lesbische Sichtbarkeit von Lesben in den Medien zu erforschen.

Um es kurz zu machen: Das Buch präsentiert keine überraschenden Ergebnisse. Lesben kommen nicht vor.

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Susanne Baer, Richterin am Bundesverfassungsgericht im ZEIT Interview:

“Ich hasse nichts mehr, als wenn jemand in Schubladen gesteckt wird: Zack, zack, man hat’s verstanden. Das ist das Böse an den Stereotypen: offen lesbisch, Frau am Bundesverfassungsgericht. So wird ein Mensch extrem reduziert.”

Richterin Susanne Baer: “Du musst versuchen zu gestalten” | Gesellschaft | ZEIT ONLINE.

Mehr zu Susanne Baer bei L-talk.

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kurz mal queer gesurft: lesbisch unterwegs im Web

Butch in Progress haben ihrer Procrastinations-Sammlung ein neues Rätsel hinzugefügt. Falls eine zum Prokrastinieren kommt, das kann zum Jahresende hin zeitlich schon mal eng werden.

Comedian Lisa Haas hatten wir in ihrer Hauptrolle als Alien-Coabhängige bereits vor einiger Zeit bei L-talk vorgestellt (Co-abhängige Außerirdische und andere Lesben, 14. Januar 2011). Jetzt hat Madeleine Olneks Film Codependent Lesbian Space Alien Seeks Same es tatsächlich ins New Yorker Museum of Modern Art geschafft! Wer ausgerechnet diesen Samstag nicht in New York City sein und das Ereignis vor Ort erleben kann, sollte sich wenigstens mit einem Inteview trösten: Kathy Belge spricht mit Lisa Haas über, wie das in den USA heißt, all things lesbian … und ihr Alter Ego Doris Anderson.

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Antidiskriminierungsstelle durch CDU und FDP gekürzt und verleumdet?

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes besteht seit 2006. Sie war seinerzeit Bestandteil der eher zurückhaltenden Umsetzung europäischer Gleichbehandlungsrichtlinien in Deutschland. Sie soll dazu beitragen, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in Deutschland umzusetzen. Darin heißt es:

§ 1 Ziel des Gesetzes
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

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links – rechts – lesbisch: wir und das Neoliberale

lesbisch, feministisch, links? Das war einmal. Inzwischen sind Lesben in der politischen Mitte … angekommen? Eher gelandet, manche durchaus unfreiwillig und andere immer noch paralysiert vom Mainstream-Schock.

In Deutschland war es die eingetragene Lebenspartnerschaft, vor der Urmütter der neue FrauenLesbenbewegungen gewarnt hatten, nach außen wie nach innen: Allzu diffizil schien es damals – und wurde es in der Praxis – zu erklären, dass es zwar eine Homo-Ehe gibt, aber nur mit gleichen Pflichten, nicht mit gleichen Rechten. Die Vorstellung, dass etwas, und sei es nur in der Umgangssprache, Ehe heißt, aber maximal Ehe light ist, widerspricht bürgerlichem deutschem Rechtsempfinden so sehr, dass notwendige Erläuterungen nicht selten in eine Mischung aus staatsbürgerkundlichen Belehrungen und verzweifelten “wenn ich’s doch sage”-Rufen münden. Und was die Folgen in lesbische Szenen hinein betrifft: Mal im Ernst, wer bringt es schon fertig, dem frisch verpartnert-getrauten Paar mitzuteilen, dass sie zum einen nur 2. Klasse-verheiratet sind und zum anderen gerade die Bewegung verraten haben? Na gut, die eine oder andere findet sich sicher auch hierfür.

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Natalie Clifford Barney (* 31. Oktober 1876)

Natalie Clifford Barney (* 31. Oktober 1876 in den USA) war Dichterin, Autorin und Begründerin eines berühmten Literarischen Salons in Paris.

Gelangweilt von den rigiden Normen der Washingtoner Oberschicht, erinnerte sie sich sehnsuchtsvoll der europäischen Freiheiten, die sie bei zahlreichen Reisen in ihrer Jugend kennengelernt hatte. Im Alter von 24 Jahren machte sie sich auf den Weg nach Paris.

“Sie erlernte die französische Sprache perfekt und machte ab 1909 aus ihrem Freitagssalon mit den berühmten Gurkensandwiches, zu dem bis zu 150 geladene Gäste kamen, einen der wichtigsten Treffpunkte für französische und amerikanische Intellektuelle (u.a. Djuna Barnes, Gertrude Stein, Colette, Marcel Proust, Paul Valéry, André Gide). Weiterlesen

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Impressionen von der lesbisch-schwulen Lesenacht zur Buchmesse

Veranstalterin Karin Weber hat auch in diesem Jahr ins Lesbisch-Schwule Kulturhaus LSKH geladen und fünf Autorinnen, einen Autor und einen Verleger präsentiert. Es haben gelesen:

  • Regina Nössler aus Auf engstem Raum
  • Anne Bax aus Herz und Fuß (–> Rezension von Nicole Bruschkeit)
  • Ulrike Karner aus Regenbogenlicht
  • Holger Heckmann aus Pöse Puben
  • Corinna Waffender aus Sterben war gestern
  • Sandra Wöhe aus Die indonesischen Schwestern (–> Rezension von Nicole Bruschkeit)

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Rezension: L-Kalender 2012

Es ist zwar noch etwas verfrüht, von „Alle Jahre wieder“ zu sprechen, aber nach der Premiere im letzten Jahr gibt es ihn immerhin nun zum zweiten Mal in Folge: den L-Kalender des konkursbuch Verlags.

Im Großen und Ganzen ist er „ganz der Alte“ geblieben, von außen betrachtet hat er sich ein wenig verändert – und das nicht nur, weil diesmal 2012 anstelle von 2011 draufsteht und er sein lilafarbenes Gewand gegen ein warm-rotes eingetauscht hat, sondern vielmehr, weil der Hardcover-Einband von flexiblen, aber dennoch stabilen „Buchdeckeln“ abgelöst wurde.

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