Lesbische Ökonomie für jeden Tag

Ob mit oder ohne Wirtschaftskrise: Eine Lesbe kann schon etwas dafür tun, dass ihr Geld durch lesbische Hände fließt.

Das funktioniert nicht immer gleich gut. Lesbische Ölmultis machen sich ziemlich rar und in den Vorständen von Großunternehmen sind so wenige Frauen vertreten, dass auch mit Statistik nix zu machen ist: 10 Prozent Lesben von null Frauen ergibt leider auch null Lesben.

Im Kleineren gibt es andere Möglichkeiten: Gezielt nach einer von Lesben geführten Firma schauen, wenn ein Auftrag zu vergeben ist, beispielsweise über die Wirtschaftsweiber. Dienstleistungen von Lesben einkaufen, zum Beispiel Computerberatung. Oder lesbische Künstlerinnen engagieren. Schauen, ob es einen lesbischen Buchladen vor Ort gibt. Nach Feierabend dort etwas trinken gehen, wo Lesben arbeiten. Bücher von lesbischen Autorinnen und Bücher aus aus lesbischen Verlagen verschenken. Bei Firmen kaufen, die sich für die Gleichstellung von Lesben stark machen.

Ganz einfach ist die Unterstützung von Lesben im Netz: Alles was es bei Amazon gibt – und das ist mittlerweile sehr viel - lässt sich über Konnys Lesbenseiten, lesben.org, bestellen.

Die Überlegung: Das ist richtig klasse, weil Konny diese Seiten seit 10 Jahren unbezahlt zur Verfügung stellt. Und sie leistet jede Menge Beratungsarbeit, mit Rezensionen, gezielter Auswahl, der (soweit ich weiß) einzigen vollständigen deutschsprachigen Bibliografie und ständigen Aktualisierungen. Jetzt, wo die Seiten so professionell geworden sind, können andere Lesben wenigstens mit dafür sorgen, dass ein paar Euro in die Kasse kommen.

Lesben-Ökonomie praktisch

Lesben-Ökonomie praktisch

Es hat nur Vorteile:

  • Konny bekommt für jeden Einkauf, der über sie erfolgt, Prozente.
  • Es ist nicht teurer!
  • Konny erfährt zwar, was bestellt wurde, aber nicht von wem.
  • Auf der Rechnung steht nicht, dass die Bestellung über lesben.org erfolgte. Es ist eine ganz normale heterosexuelle Amazon-Rechnung.
  • Es gibt keine zusätzliche lesbische Werbung oder sonst irgendwelche Belästigungen über Amazon.
  • Es geht genauso schnell wie jede andere Amazon-Bestellung und wird sogar geliefert.
  • Es geht ganz einfach:
    Auf der Startseite von lesben.org findet sich rechts ein Amazon-Eingabefenster. Dort einfach den Suchartikel eingeben und los. Alles weitere, was beim gleichen Besuch bei Amazon sonst noch gekauft wird, wird automatisch auch über Konny gebucht und bringt ihr ein paar Prozente, sogar Dinge wie Beethoven-CDs und elektrische Zahnbürsten.
    Für die Shops (DVD-Shop, Musik-Shop) oder für das direkte Bestellen von Titeln, die auf Konnys Bücherseiten verlinkt sind, gilt das natürlich auch.

Ja, das Gegenargument ist nicht ganz falsch: Der kleine, lokale Einzelhandel leidet, jedenfalls dort, wo er noch nicht durch Ketten verdrängt wurde. Deshalb kann es nicht schaden, zum Beispiel viele Bücher auch immer noch im kleinen lokalen Buchladen (übrigens nicht in einer Buchhandelskette) zu kaufen - jedenfalls dann, wenn dort auch die Beratung gut ist. Aber von vielen anderen Sachen, die in einem lesbischen Haushalt landen, profitiert sonst nicht der kleine, lokale Einzelhandel, sondern Baumarktketten und Elektronikketten.

Mehr zu lesbischer Ökonomie in den nächsten Tagen.

Dieser Beitrag wurde unter Alltage, Politiken abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten auf Lesbische Ökonomie für jeden Tag

  1. Janeway sagt:

    Sehr gute Idee das!
    Ich habe gleich mal mein Amazon-Lesezeichen durch Konnys Seite ersetzt. Allerdings habe ich die Kulturseite genommen. Da ist das Amazon-Eingabefenster viel besser platziert!
    Auf, Lesben, kauft bei Lesben!

  2. liane sagt:

    Also Lesben und lesbische Projekte zu unterstuetzen ist immer gut und es wird viel zu wenig darueber nachgedacht wenn zb Buecher CD’s usw on line bestellt werden, die meissten Frauenbuchlaeden ordern zb auch jedes Buch
    ich bin dagegen Amazon zu unterstuetzen erstmal aus dem Grund weil es kein Frauenprojekt ist sondern ein “normaler” kommerzieller patriarchaler multimillon Dollar Betrieb und was noch dazu kommt das Amazon schon reichlich negative Schlag zeilen hatte ua diese:Der US-amerikanische Webshop-Betreiber Amazon hatte neben vielen anderen Dingen auch “I Love Hitler”-T-Shirts und weitere Nazi-Produkte im Angebot …

    Der US-amerikanische Webshop-Betreiber Amazon hatte neben vielen anderen Dingen auch “I Love Hitler”-T-Shirts und weitere Nazi-Produkte im Angebot. Inzwischen hat der mächtige Online-Shop auf eine immer umfangreichere Presse reagiert und erste Konsequenzen bezüglich der angebotenen Nazi-Kleidungsstücke gezogen.

    “Wir haben diese Artikel von unserer Seite entfernt”, erklärt Patricia Smith, Sprecherin bei Amazon USA, gegenüber pressetext. T-Shirts mit der Aufschrift “I Love Hitler” und einem Herz verziert waren angeblich bis letzte Woche, sogar in Kindergrößen via Amazon erhältlich. der link dazu ist http://www.medienhandbuch.de/news/amazon-entfernt-nazi-produkte-13432.html

    lesbische gruesse

    liane

  3. Culatra sagt:

    @liane: Meine Deutschlehrerin würde sagen: Thema verfehlt! :-) In Joni T.’s Artikel ruft sie nicht dazu auf, amazon.de zu unterstützen sondern Konny. Und die örtlichen Frauenbuchläden, auch online. Frau kann übrigens jedes Buch online beim Frauenbuchladen Thalestris in Tübingen bestellen: http://www.frauenbuchladen.net/

    Aber wenn du dir z.B. eine externe Festplatte kaufen möchtest, kannst du entweder zu Saturn (Geiz ist geil!), zu Media Markt (Ich bin doch nicht blöd!) oder zu lesben.org gehen und dort über Amazon.de bestellen. In letzterem Fall, und nur dort, verdient eine Lesbe, nämlich Konny, daran auch noch ein paar Euro.

    Dass wir in einem kapitalistischem System leben, ist unbestritten. Dass aber Amazon.de eine Riesenauswahl an Lesben-DVDs (z.Zt. 133!!!), Lesbenbüchern (ca. 1.500), Lesbenmusik (ca. 200 CDs) hat, ist auch unbestritten. Dass sie auch ein oder zwei T-Shirts mit rechtsradikalen Parolen verkauft haben, kann passieren. Bei 3 Mrd. Produkten würde auch ich den Überblick verlieren :-) Entscheidend ist, dass die T-Shirts jetzt nicht mehr im Sortiment sind.

  4. Spica sagt:

    Culatra

    Ein Wisch- und Weg-Tuch rüber reiche…

    Ich les das durchaus so, dass es hier hauptsächlich um Amazon geht und als Randbemerkung – so quasi als Rechtfertigung, weil nämlich klar ist, dass es so nicht in Ordnung ist – werden noch die Frauenbuchhandlungen erwähnt. Natürlich hat der Hauptaktionär von Amazon erkannt, dass mit Lesben einiges an Geld zu machen ist. Damit entzieht er aber den Frauenbuchläden die bitter benötigten Einnahmen zum Weitermachen, die hauptsächlich wegen ihm reihenweise am Abgrund stehen.

    “Dass sie auch ein oder zwei T-Shirts mit rechtsradikalen Parolen verkauft haben, kann passieren. Bei 3 Mrd. Produkten würde auch ich den Überblick verlieren”

    Ein bis zwei T-Shirts? Paar Nullen vergessen? Armer Multi. Als Hauptverantwortlichen müssen wir Lesben ihm auf jeden Fall eine Runde Bedauern entgegenbringen und ihn entschuldigen, da hast du recht.

  5. liane sagt:

    @ Cultara schrieb :(Dass wir in einem kapitalistischem System leben, ist unbestritten. Dass aber Amazon.de eine Riesenauswahl an Lesben-DVDs (z.Zt. 133!!!), Lesbenbüchern (ca. 1.500), Lesbenmusik (ca. 200 CDs) hat, ist auch unbestritten. Dass sie auch ein oder zwei T-Shirts mit rechtsradikalen Parolen verkauft haben, kann passieren. Bei 3 Mrd. Produkten würde auch ich den Überblick verlieren)

    bei dieser Aussage von dir, beisst sich doch die Katze in den eigenen Schwanz, warum nicht direkt ueber einen Frauenhandel bestellen?

    Gut das wir hier nicht in der Schule sind und deine Lehrerin hier zensiert waere dann ungenuegend :( lol

    Ich habe es schon richtig verstanden, das es um die finanzielle Unterstuetzung fuer Konny geht ;)

    worum es mir aber geht ist , das es FrauenLesben gibt, die dieses Amazon NICHT unterstuetzen wollen (aus welchen Gruenden auch immer, jede hat ihre eigene Einstellung und Erfahrung, was jede einzelne fuer sich selber unterstuetzenswert findet oder auch nicht)Deswegen wuerde ich es zb angebrachter finden, so eine art Spendenkonto einzurichten, wo dann FrauenLesben die Moeglichkeit haben direkt zb Lesben.org zu unterstuetzen ohne auch noch Amazon das Frauengeld in den Rachen zu schmeissen…

  6. Joni.T sagt:

    Zitat Spica:
    “Damit entzieht er aber den Frauenbuchläden die bitter benötigten Einnahmen zum Weitermachen, die hauptsächlich wegen ihm reihenweise am Abgrund stehen.”

    Spica, ich wäre die letzte, die auf der Linearität von Zeit bestehen würde … dennoch: Die allermeisten Frauenbuchläden haben seinerzeit die Buchhandelsketten für ihren Niedergang verantwortlich gemacht. In der vor-Amazon-Zeit. Damals haben übrigens viele Lesben (ich nicht!) die Professionalität von Buchhandelsketten den Kollektivprozessen lesbischer Unternehmen vorgezogen. Ich habe das sehr bedauert, denn ich bin auch dann noch solidarisch mit anderen Lesben, wenn ich sie total dämlich finde. Leider haben das viele andere nicht so gesehen.

    In dem Posting zur lesbischen Ökonomie ging es ja eben genau darum, die Dinge, die im kleinen örtlichen Einzelhandel zu besorgen sind, eben genau dort zu kaufen … und den Rest, von dem alternativ eine der Mega-Ketten profitieren würde, über den beschriebenen Weg: Amazon via lesben.org.

    Wo kommt denn eure Bohrmaschine her? Und der CD-Spieler? Etwa aus dem Lesben-Versand?

  7. Pingback: Lesbische Weltherrschaft « Die Szene und ich

  8. susanne sagt:

    Zum thema lesben. weiberwirtschaft, wirtschaft: ich kaufe nicht bei amazon, weil das so ein großer konzern ist und ich lieber den einzelhandel unterstütze und weil ich es unmöglich finde, wenn die pro hitler t-shirts verkaufen.
    was ich schön fände wäre, wenn es weltweit in jeder stadt lesben/frauenbranchenbücher und queer branchenbücher gäbe, damit frau und die queer bewegung sich gezielt unterstützen können sowie, wenn es ausgezeichnet wäre, welche frauenunternehmen sich ethisch und ökopazifistisch und sozial engagieren und frauenförderquoten haben. ökomonisch-ökologische frauenalternativen zum kapitalistischen wirtschadtssystem finde ich auch bedenkenswert…siehe auch einen artikel über alternativen zur geldwirtschaft in der derzeitigen ausgabe der zeitschrift ab 40 sowie die bewqegung der tauschringe.

  9. Liane sagt:

    Oh , wo ist denn mein posting geblieben von gestern abend?

  10. Bin viel in Blogs unterwegs – aber so Vielfältig wie dieser, ist selten einer.

  11. SBZ sagt:

    Mir ist nicht so ganz klar, wieso ich “Lesben” unterstützen sollte. Wer oder was ist “Lesbe”? Identität ist fließend.

  12. Susanne sagt:

    Hallo!

    Ja, das Problem kenne ich auch mit meiner Seite. Die Idee ist sie mit Werbung zu finanzieren. Aber dafür müssen viele Besucherinnen auf die Seite kommen. Und davon kauft dann ein Bruchteil über die Links. Vorschlagen möchte ich dir einen Linktausch. http://Www.lesben-Filme.net

    Würde mich sehr freuen

    Liebe Grüsse

    Susanne

  13. Ulrike sagt:

    Mal eine praktische Frage: Muß ich bei jedem Einkauf über lesben.org mich durchklicken oder kann ich mir auch die einmal aufgerufene Seite in die Lesezeichen legen und kaufe dann beim nächsten Besuch wider “gewinn” bringend ein? Kann ich beim amazon einkauf sehen wen ich unterstütze?

    • Konny sagt:

      Liebe Ulrike,
      ehrlich gesagt: Ich blicke da auch nicht voll durch.
      Am besten sind die Einzeltitellinks auf lesben.org, also dort wo z.B. ein Buch vorgestellt wird und sich unter “bestellen…” der direkte Link zum Buch bei amazon.de befindet. Das zweitbeste ist das Amazon-Suchfeld auf der Startseite rechts. Da bin ich mir aber nicht sicher, ob ich bei einem eventuell zweiten innerhalb amazon.de gesuchten Artikel immer noch mit Prozenten beteiligt werde… Und als Kundin kann ich nur sehen, wer Prozente erhält, wenn im Link zum Produkt die letzten Zeichen z.B. “tag=konnyslesbens-21″ enthalten. Wobei “konnyslesbens” für “KonnysLesbenseiten” steht und “-21″ für das deutsche Amazon.

  14. Ulrike sagt:

    Guten Morgen
    wenn ich Deine Beschreibung richtig deute (ich nutze nur den PC, wie er funktioniert steht auf einem andern Blatt), sollte wenn ich in das Suchfenster auf Deiner Seite z.B. “Zedernholz” eingebe und ich mich dann für den ersten vorgeschlagenen Artickel entscheide nicht nur : “http://www.amazon.de/Mottenstop-Mottenschutz-naturbelassenem-Zedernholz-Schrankduftscheiben/dp/B008EQO5GW/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1352959584&sr=8-1″ stehen solte sondern noch : “tag=konnyslesbens-21″ angefügt sein. Fehlt aber! Leider!

    Liebe Grüße Ulrike

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>